Historischer Dokumentarfilm “Brunngasse 8 – Zeitreise nach Zürich”, Dienstag, 27. Januar 2026, 18.15 Uhr
Wie durch ein Wunder blieben in der Zürcher Altstadt prächtige Wandmalereien aus dem Mittelalter erhalten. Die jüdische Familie, die das Haus an der Brunngasse besass, hatte sie vor 800 Jahren in Auftrag gegeben. Die Malereien werfen ein neues Licht auf das Zusammenleben von Juden und Christen. Es ist eine kleine Sensation, dass sie überlebt haben. Die dargestellten Jagd- und Tanzszenen im damaligen höfischen (christlichen) Stil wurden um 1330 im Innern des Hauses an der Brunngasse 8 an die Wand gemalt. Ihre Auftraggeber stammen aus einer vornehmen jüdischen Familie, die zu Zürichs Elite gehörte: Die Witwe Minne und ihre beiden Söhne waren im Kreditgeschäft zu Vermögen gekommen. Doch dann, 1348/49, brach die Pest aus. Man wies den Juden die Schuld zu, schlug sie in die Flucht und verfolgte sie in ganz Europa.
Im Anschluss an die Ausstrahlung des Films (60 Minuten) wird Prof. Dr. Hildegard E. Keller Fragen aus dem Publikum beantworten. Keller ist Autorin, Literaturwissenschaftlerin, Übersetzerin, Dokumentarfilmerin und Kulturunternehmerin. Sie lehrt und forscht an der Universität Zürich und war bis 2017 Professorin an der Indiana University Bloomington (USA). Einem breiten Publikum ist sie als Literaturkritikerin bekannt: Von 2012 bis 2019 gehörte sie zur festen Kritikerrunde der Sendung Literaturclub des Schweizer Fernsehens. Sie publiziert u. a. in der Neuen Zürcher Zeitung, der NZZ am Sonntag, im Du, im Literarischen Montag und Radio SRF 2 Kultur.
- Dienstag, 27. Januar 2026, 18.15 Uhr bis 19.45 Uhr
- Universität Zürich, Rämistrasse 71, 8006 Zürich, Raum KOL-F-104, mit anschliessendem Apéro.
- Moderation: Prof. Dr. Tobias Straumann
- Öffentlicher Anlass. Keine Anmeldung erforderlich.
Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme und interessante Diskussionen.