Universität Zürich » MAS in Applied History

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Master of Advanced Studies in Applied History
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MAS Applied History
Programm Management
Historisches Seminar
Universität Zürich
Karl Schmid-Strasse 4
CH-8006 Zürich
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Curriculum 2017 - 2019

Curriculum 2016 - 2018

Curriculum 2015 - 2017

Megatrends II: Historische Trendanalyse, Geschichte und Zukunftsforschung

Das Modul führt eine Begegnung zwischen Geschichtswissenschaft und Futurologie herbei. Dabei werden fundamentale Fragen beider Fächer diskutiert: Kann eine Analyse der Vergangenheit Schlüsse auf künftige Entwicklungen ermöglichen? Wo liegen die Chancen einer historischen Prognostik, wo sind ihre Grenzen? Kann man also, wie schon die Antike meinte, aus der Geschichte lernen?

Dozierende: Prof. Dr. Bernd Roeck, Prof. Dr. Alexander Demandt, Prof. Dr. Georg Kohler, Prof. Dr. Daniel Kübler, Prof. Dr. Herfried Münkler, Prof. Dr. Manfred G. Schmidt

Weltperspektiven III: Afrikas Geschichte – Gesellschaft, Politik und Umwelt

Dass nach wie vor verbreitete Vorurteil vom Krisenbehafteten und geschichtslosen Kontinent verstellt den Blick auf die tiefer liegenden historischen Konstellationen, ohne die Afrikas vielfältige Gegenwart nicht zu verstehen ist. Zum einen geht es um innerafrikanische Entwicklungen, wie etwa Migrationsbewegungen , die Gesellschaften über Jahrhunderte prägten, Handelsbeziehungen oder intellektuellen Strömungen wie den Panafrikanismus. Zum anderen betrachten wir Afrikas zentrale Stellung in der Weltgeschichte.

Dozierende: Prof. Dr. Julia Tischler, Prof. Dr. Gesine Krüger, Prof. Dr. Miles Larmer, Dr. Cassandra Mark, Dr. Benedetta Rossi

Megatrends III: Urbanisierung – von der Stadt zur Megacity

Das Modul beschäftigt sich mit dem historischen Phänomen der Urbanisierung. Es werden Strukturen der Stadt in der Antike und im Mittelalter analysiert, die Reaktionen von Städten auf Katastrophen in der Neuzeit nachgezeichnet und die Triebkräfte der Stadtentwicklung vom frühen Städtewesen zur Metropolitanregion aufgezeigt. Wir diskutieren den Städtebau im Alpenraum, aber auch so aktuelle Themen wie „Unordnung und Ordnung“ in modernen Metropolen (Stichwort „Slum“) und versuchen ihre sozialen Implikationen zu verstehen. Es werden zentrale Themen zum Lebensraum Stadt behandelt: ihre Topographien, die Architektur, die Gegensätze von Slums und Wolkenkratzern, Stadt- und Landflucht. Abschliessend sollen gezielte Schlaglichter auf die so genannten kolonialen „Megacities“ Shanghai und Rio de Janeiro geworfen werden, immer mit dem Anspruch, ihre aktuellen und zukünftigen Probleme auf dem Hintergrund ihrer Geschichte und der Stadtentwicklungen im Allgemeinen besser zu verstehen.

Dozierende: PD Dr. Gerald Schwedler, Dr. Armand Baeriswyl, Dr. Mascha Bisping, Dipl. Ing. Anne Brandl, Prof. Dr. Arndt Brendecke, Dr. Martin Illi, Prof. Dr. Martin Kroll, Prof. Dr. Felicitas Schmieder, PD Dr. Jörg Schwarz, Dipl. Michael Wagner, Dr. Marc Winter

Weltperspektiven IV: Lateinamerika in der Globalgeschichte. 1492 bis zur Gegenwart

Die Entdeckung einer fürdie Europäer neuen Welt ist der Ursprung der „Neuzeit“ und einer Globalisierung, die sich mittlerweile enorm beschleunigt und intensiviert hat. Lateinamerika war das „erste Amerika“ des Zeitalters der Entdeckungen. Es war die Säule der ersten europäischen Kolonialreiche und Schnittstelle von Menschen- und Warenströme aus vier Kontinenten. Doch nicht nur die „entdeckenden“Europäer, sondern auch die ursprünglichen Bewohner und die eingeschleppten afrikanischen Sklaven gestalteten diue Geschichte Lateinamerikas. Heute, im Zeitalter der neuen Globalisierung, bleibt Lateinamerika ein Brennpunkt von Entwicklungen, die weit über den Kontinent hinausweisen.

Dozenten: Prof. Dr. Stefan Rinke, Prof. Dr. Nikolaus Böttcher, Prof. Dr. Debora Gerstenberger, Prof. Dr. Michael Goebel, Dr. Lasse Hölck, Cand. phil. Karina Kriegesmann

Geschichte und Politik IV: Kriegsursachen, Konflikte und Konfliktmanagement

Die Geschichte bietet einen gewaltigen Erfahrungsschatz für die Auseinandersetzung mit dem Problem, warum Kriege und Konflikte “ausbrechen” (genauer: gemacht werden) und welche Techniken ihre Liquidierung ermöglichen. Auch gibt es keinen gegenwärtigen Krieg oder Konflikt, der ohne Kenntnis der historischen Tiefendimension beurteilt werden kann. Auch dieses Model wird zur vergleichenden Perspektive vordringen und versuchen, die grundlegende Frage nach den Voraussetzungen der Anwendung kriegerischer Gewalt aus historischer Sicht einer Antwort näherzubringen.

Dozierende:  Botschafter Josef Bucher, Dr. Simon Mason, Prof. Dr. Bernd Roeck, Prof. Dr. Dieter Ruloff

Geschichte und Umwelt: Von der kleinen Eiszeit zur globalen Erwärmung

Das Modul bietet einen Überblick für die Zeit der letzten tausend Jahre, führt in Fragestellungen der Umweltgeschichte ein und schildert die Interaktion von Klima und Mensch seit dem Mittelalter. Dabei werden so drängende Fragen aufgeworfen wie die nach dem Zusammenhang von knapper werdenden Ressourcen und Gewaltkonflikten (Stichwort: Klimakriege), zwischen Klimawandel und Katastrophen und zwischen Industrialisierung und globaler Klimaerwärmung.

Dozenten: Dr. Stephan Sander-Faes, Prof. Dr. Nils Büttner, Prof. Dr. Hansjörg Küster, Prof. Dr. Christian Pfister, Prof. Dr. Stefan Rahmstorf, Prof. Dr. Bernd Roeck, Prof. Dr. Reinhold Reith, Prof. Dr. Joseph Tainter

Summerschool Tokio

Der Durchführungsort dieser Summerschool bietet die einmalige Gelegenheit die historische Entwicklung des Kapitalismus aus japanischer Perspektive zu untersuchen. Unseren Fokus richten wir dabei im Speziellen auf das sich verändernde Verständnis der Natur. Während unseres Aufenthaltes in Okinawa verfolgen wir das Ziel, die Geschichte „Japans“ und seiner kapitalistischen „Modernisierung“ zu dezentrieren. Die Geschichte Okinawas veranlasst dazu, Japan sowohl in der Frühmoderne als auch der Moderne durchweg in seinen regionalen und globalen Bezügen zu denken. Zugleich hebt sie einige der ökonomischen, politischen, kulturellen und sicherheitstechnischen Herausforderungen, welche Japans Geschichte des 20. Jahrhunderts definierten hervor.

Koordinatoren: Prof. Dr. Martin Dusinberre und Prof. Dr. Raji C. Steineck

Summerschool Warschau, Krakau, Prag: Kontinent ohne Mitte? Geschichtsräume Europas

Europas Mitte – Ein Raum mehrfach verflochtener Geschichte und Kulturen, die allerdings nach wie vor weitgehend innerhalb nationaler und sprachlicher Grenzen betrachtet werden. Die Summerschool begibt sich auf Spurensuche in diesen multidimensionalen Vergangenheiten und stellt sowohl Gemeinsames als auch Trennendes in den Fokus.

Koordinator: Dr. Stephan Sander-Faes

Grosse Geschichtsschreibung II

Geschichte schreiben – das konnte schon immer heissen: Literatur produzieren. Im günstigsten Fall traf sich grosse Historiographie mit brillantem Stil, ja gelegentlich gar mit Poesie. Das Modul bringt einige Beispiele solcher Spitzenhistoriographie, insbesondere aus dem 19. und 20. Jahrhundert. Unter den behandelten Autoren sind Klassiker wie Jacob Burckhardt, Leopold von Ranke oder Johan Huizinga, aber auch hervorragende Autoren der jüngeren Vergangenheit oder der Gegenwart – von Arno Borst bis zu Fernand Braudel, von Jacques le Goff bis zu Carlo Ginzburg.

Dozierende: Dr. Jan-Friedrich Missfelder, Prof. Dr. Bernd Roeck, Prof. Dr. Peter Burke, Prof. Dr. Sven Trakulhun, Prof. Dr. Thomas Welskopp, Dr. Philipp Mülle

Terrorismus und Gewalt: Soziale Voraussetzungen von Terrorismus, Fundamentalismus und politischen Religionen

Das Modul vertieft die Auseinandersetzung mit dem Phänomen menschlicher Gewalt. Auf die Analyse kriegerischer Gewaltanwendung wird nach den – historisch faßbaren – Voraussetzungen asymmetrischer Kriege gefragt, die wahrscheinlich die Szenarien des 21. Jahrhunderts prägen werde; Terrorismus in seinen verschiedenen Ausprägungen ist ohne fundierte Kenntnis historischer Zusammenhänge nicht zu verstehen. Ziel des Moduls ist, zur Erklärung menschlicher Gewaltanwendung als gesellschaftliches und anthropologisches Phänomen vorzudringen. Das bedeutet, daß die Diskussion um die kulturellen und sozialen Voraussetzung von Gewalt von ihren gleichsam kreatürlichen Bedingungen abzugrenzen, beides gegeneinander abzuwägen ist.

Dozierende: Prof. Dr. Bernd Roeck, Manfred Klink, Dr. Gert Koenen, Dr. Wolfgang Kraushaar, Prof. Jürgen Stock, Prof. Dr. Peter Waldmann, Prof. Dr. Henner Fürtig, Prof. Dr. Andreas Maercker

Sprache der Kunst. Kunstwerke über ihre Zeit

Der Bauernkrieg von 1525/26. Die Französische Revolution. Oktoberrevolution. Die Revolutionen von 1989.

Dozenten: Prof. Dr. Francis Cheneval, Prof. Dr. André Krischer, Prof. Dr. Andreas Rödder, Prof. Dr. Martin Schulze Wessel, D. Rolf Tanner, Prof. Dr. Andreas Würgler

Weltperspektiven I: East Asia

Die Geburt der Philosophie im antiken Griechenland, der Untergang des Römischen Reiches, die Renaissance, die Reformation, die Aufklärung, der Holocaust wurden lange als Bausteine einer „reinen“ europäischen Vergangenheit betrachtet. Aber wie „europäisch“ ist die Vergangenheit? Das Modul untersucht das Wesen ist-asaitischer Geschichtsschreibung – vor allem jene Chinas und Japans.

Dozenten: Prof. Dr. Martin Dusinberre, Prof. Dr. Taciana Fisac, Prof. Dr. Leigh Jenco

Summerschool Griechenland-Ithaka oder: Die homerische Welt und ihre Gegenwart

„Ithaka“, Name eines Sehnsuchtsortes und Endpunkt des homerischen Epos von Odysseus: Auf der Höhe Siziliens gelegen, fünfzig Kilometer vor dem griechischen Festland und lange Zeit unter venezianischem Einfluss kreuzen sich hier geschichtliche Kräfte, die den südöstlichen Mittelmeerraum seit Jahrtausenden geprägt haben.

Dozenten: Prof. Dr. Georg Kohler, Prof. Dr. Christian Marek, Prof. Dr. Christoph Riedweg, Werner van Gent

Geschichte und Politik III: Massenbewegungen und Revolutionen der Neuzeit

Nachrichten von Massenbewegungen und Revolutionen gehören heute zur alltäglichen Berichterstattung. Ihre Analyse kann sich des Erfahrungsreservoirs historischer Revolutionen bedienen; vergleichende Revolutionsforschung erlaubt zwar keine Prognostik, wann und wo genau Umbrüche stattfinden werden, doch ermöglicht sie die Benennung destabilisierender Faktoren, das Umschreiben von Bedingungen, die für die Genese von Massenbewegungen und Revolutionen wichtig werden können – von ökonomischen und sozialen Rahmenbedingungen bis zur Rolle von Kommunikatoren und charismatischen Leitfiguren. Zugleich sollten kontingente Faktoren und für bestimmte historische Konstellationen spezifische Bedingungen benannt werden. Das Modul wird darauf ausgerichtet sein, solche überzeitlich gültigen Kriterien zu erarbeiten, ohne, dass dabei die Grenzen des Vergleichs und damit auch die Grenzen von Prognosen verschwiegen werden. Im Modul soll zunächst der neueste Forschungsstand zu bedeutenden Revolutionen der neueren Geschichte vorgestellt werden. Auf eine begiffliche Klärung folgen Seminarblöcke zum Bauernkrieg, zur Französischen Revolution, zur Oktoberrevolution und zu den Revolutionen von 1989. Ein besonderer Schwerpunkt bildet am Schluss die iranische Revolution und Evaluation ihrer aktuellen Bedeutung durch einen Dozierenden, der sich im Rahmen der Versicherungsindustrie mit soziale und politischer Risikoforschung befasst. Ein abschliessendes Panel mit allen Referenten soll das Resümee ziehen und den Teilnehmenden Gelegenheit geben, wesentliche Erkenntnisse des Moduls in ein Gesamtbild zu integrieren.

Dozierende: Prof. Dr. Bernd Roeck, Prof. Dr. Sebastian Schütze, Gary Schwartz

Megatrends I: Von der europäischen Expansion zur globalen Gleichzeitigkeit

“Globalisierung” ist Reizwort und Leitbegriff, die Bezeichnung für eine offenbar unaufhaltsame Entwicklung, der die Menschheit mehr unterworfen scheint, als dass sie ihre aktive Gestalterin wäre. Was die einen als bedrohliche Vorgang mit unabsehbaren Folgen fürchten, sehen die anderen als Prozess, der Chancen bietet, faszinierende Möglichkeiten eröffnet. Nicht unwahrscheinlich ist, dass wir während einer “Eskalation weltweiter Verflechtungen” seit der zweiten Medienrevolution tatsächlich am Beginn einer neuen historischen Epoche stehen, die sich von der Welt der Nationalstaaten und selbst jener der Imperien abhebt. Gleichwohl hat die globale Vernetzung eine lange Vorgeschichte; das Modul dient der Beleuchtung dieser historischen Tiefendimension. Zugleich wirft es die Frage nach künftigen Konfliktformen (“asymmetrische Kriege”, “clash of civilizations”) und möglichen Strategien der Befriedung auf.

Dozierende: Prof. Dr. Sven Trakulhun, Prof. Dr. John Darwin, Prof. Dr. Corinne Pernet, Prof. Dr. Peter Schaber, Prof. Dr. Peer Vries

Finanzplatz Schweiz: Die historische Perspektive

Die Schweiz ist ein kleines Land, gehört aber zu den grössten Finanzzentren der Welt. Heute verwaltet der Schweizer Finanzplatz rund 7 Billionen Franken und ist damit weltweit drittgrösster Vermögensverwalter – hinter den USA und Grossbritannien. Wie lässt sich diese starke Position historisch erklären?

Das Modul wird zeigen, dass es sich im wesentlichen um eine Geschichte des 20. Jahrhunderts handelt. Noch vor 100 Jahren waren die schweizerischen Finanzplätze nicht viel mehr als Satelliten des französischen Marktes. Die Vermögensverwaltung war nur für die Basler und Genfer Privatbanken wichtig, aber kaum für die Grossbanken und den Bankensektor als Ganzes. Erst die politische Instabilität der ersten Jahrhunderthälfte, kombiniert mit den traditionellen Standortvorteilen der Schweiz, machte Basel, Genf, Lugano und Zürich zu “safe havens” für ausländische Vermögen. Mit dieser Erklärung ist auch angedeutet, dass der Aufstieg des Finanzplatzes Schweiz nicht nur auf dem Bankgeheimnis und der Unterscheidung zwischen Steuerhinterziehung und Steuerbetrug beruht, sondern breiter abgestützt ist, was für die Einschätzung der Zukunftschancen entscheidend ist.

Dozierende: Prof. Dr. Peter Kugler, Prof. Dr. Ernst Baltensperger, Dr. Urs Ernst, Prof. Dr. Yvan Lengwiler, Dr. Richard T. Meier, Prof. Dr. Tobias Straumann, Prof. Dr. Heinz Zimmermann

Weltperspektiven II: Geschichte und Politik des Nahen Ostens

Das Modul greift die Frage nach den aktuellen Entwicklungen von der Arabellion bis zum Zerfall Syriens und Iraks auf, aber ergründet auch, wie das moderne Staatssystem des Nahen Ostens sich als „Wirkungsgefüge“ im 20. Jahrhundert herausgebildet hat.

Dozenten: Prof. Dr. Maurus Reinkowski, Dr. Alp Yenen, Prof. Dr. Thomas Demmelhuber, Prof. Dr. Tim Epkenhans, Prof. Dr. Cilja Harders, Prof. Dr. James Gelvin, Prof. Dr. Günter Seifert

Summerschool Kuba: Die Geschichte der Zukunft

Jene einst von Taínos bevölkerte Insel verwandelte sich 1492 in einem kolumbischen Augenblick in die Insel „Santa Juana“. Seitdem rückte die Insel ins Zentrum des Geschehens der Weltmächte und deren Befangenheit. In ihrer Geschichte wird sie zum Synonym für Freiheit und Unabhängigkeit; Revolution ist in der kubanischen Geschichte ein dauernder Gast. Raul Castro und Che Guevara schreiben dazu nur das letzte Kapitel. Und nun stehen die Kubaner erneut vor einem Wendepunkt, der dem endlosen Ozean, der Kuba umfängt, ähnelt.

Koordinator: lic. phil. Jose Cáceres Mardones

Grosse Geschichtsschreibung I

Die großen Historiker des Altertums und des Mittelalters sind nicht allein deshalb noch immer von Interesse, weil sie in ferne Zeiten und untergegangene Kulturen “entführen” und weil sie das Fundament unseres Wissens um die Vergangenheit gelegt haben. Die Rekonstruktionen von Handlungszusammenhängen, die ein Herodot, Thukydides oder Tacitus bieten, ihre Sicht des Politischen, nicht zuletzt die Kunst ihrer Darstellung macht die Auseinandersetzung mit ihren Werken zur unverzichtbaren Voraussetzung historischer Bildung. Die Schriften dieser und anderer Historiker, die in dem Modul vorgestellt werden, enthalten noch immer relevante Formen politischer Analyse und psychologischer Deutung. Die Lehrveranstaltungen des Moduls werden zugleich Veranlassung bieten, ideologische und religiöse Voraussetzungen von Geschichtsschreibung bewußt zu machen, in die kritische Lektüre der Texte einzuführen. Das heißt auch: nicht allein die Aktualität der großen Geschichtsschreiber des Altertums und des Mittelalters steht im Vordergrund, auch das, was an ihnen “anders” ist, was uns fremd erscheint und unsere Welt von ihrer Welt unterscheidet.

Dozenten: Prof. Dr. Anne Kolb, Prof. Dr. Michael Rathmann, Prof. Dr. Sebastian Scholz, Prof. Dr. Enno Rudolph, Prof. Achatz von Müller

Transatlantische Beziehungen – Europa und die USA

Europa hat ein höchst ungeklärtes Verhältnis zu Amerika. Es ist Vorbild und Bedrohung, gilt als Land der unbegrenzten Möglichkeiten und geschichtslos naive Neuschöpfung, wird verkörpert von hinterwäldlerischen Cowboys und Ikonen der Moderne, wie Wolkenkratzern und Hollywood. Kaum eine „Kultur“ ist in Europa seit dem 19. Jahrhundert so widersprüchlich besetzt, so geliebt und so gehasst, wie die US-Amerikanische Kultur. In Abgrenzung zu den USA sucht Europa seine Identität und ist doch selbst zutiefst geprägt von amerikanischen Lebensstilen und Ideen, seinen kulturellen Exporten und wissenschaftlichen Errungenschaften. „Amerika“ glauben wir zu verstehen und doch gibt es grundlegende historische und gesellschaftliche Unterschiede, die auch zu einem anderen Verhältnis zu Religion, Familie und Staat geführt haben. Im Modul „Transatlantische Beziehungen“ werden historische und aktuelle Fragen zum Verhältnis USA-Europa untersucht.

Dozenten: Prof. Dr. Gesine Krüger, Prof. Dr. Elisabeth Bronfen, Prof. Dr. Ruth Mayer, Prof. Dr. Heike Paul

Wirtschaftskulturen der Welt, Teil 4: New York

New York verkörpert wie kaum eine zweite Stadt den amerikanischen Traum, die Vorstellung, dass jeder Mensch es durch harte Arbeit und unternehmerische Initiative „vom Tellerwäscher zum Millionär“ schaffen kann. Die höchst diverse Wirtschaftskultur der USA spiegelt sich in großen, hierarchisch organisierten Unternehmen wider, aber auch in den vielen kleinen unternehmerischen Initiativen, die das Stadtbild New Yorks prägen. Die Reise geht der Vielfalt dieses Unternehmertums nach und analysiert die Gemeinsamkeiten und Unterschiede mit Europa.

Dozenten: Prof. Dr. Hartmut Berghoff, Prof. Dr. Christina Lubinski, Prof. Dr. Lou Hyman, Prof. Dr. Julia Ott, PD Dr. Atiba Pertilla, Prof. Dr. R. Daniel Wadhwani

Geschichte und Politik II: Aufstieg und Fall der Reiche – Universalhistorische Konzepte

Der Vergleich der Geschicke von Welt- und Grossreichen sollte Kriterien für den Aufstieg und Niedergang großer staatlicher Organisationen und Imperien zutage fördern, die allgemeinere Geltung beanspruchen dürften. Die Dozierenden werden nur am Rande auf die klassischen universalhistorischen Modellbildungen von Gibbon bis Toynbee und von Spengler bis Huntington eingehen. Vielmehr soll der aktuelle Forschungsstand zur Frage, welche Faktoren zum machtpolitischen “Erfolg” bzw. zum Niedergang geführt haben könnten, resümiert werden. Dabei wird es darum gehen, die Relevanz einzelner Faktoren – Wirtschaft, Qualität der Eliten, Gesellschaftsstruktur, geopolitische Lage etc.- gegeneinander abzuwägen.

Dozenten: Dr. Jan-Friedrich Missfelder, Prof. Dr. Arndt Brendecke, Prof. Dr. Harald Fischer-Tiné, Prof. Dr. Michael Hochgeschwender, Prof. Dr. Herfried Münkler, Prof. Dr. Frithjof Benjamin Schenk, Prof. Dr. Maurus Reinkowski

Geschichte und Ökonomie II: Zentren der Weltwirtschaft

Vor tausend Jahren galten China und Indien als Zentren der Weltwirtschaft. Marco Polo begab sich auf dem Landweg nach Peking, Christoph Columbus suchte Indien auf dem Seeweg. Wenige Jahrhunderte später aber waren es die rückständigen Europäer, welche die Weltwirtschaft revolutionierten, und heute gilt das westliche Modell als Vorbild, das China und Indien zu erreichen versuchen. Wie kam es zu dieser totalen Umkehrung der Verhältnisse, und wie muss man das Entwicklungspotential Chinas und Indiens einschätzen? Das Modul beschäftigt sich mit diesen beiden fundamentalen Fragen der Wirtschaftsgeschichte.

Dozenten: Prof. Dr. Tobias Straumann, Prof. Dr. Peter Kugler, Prof. Dr. Mark Spoerer, Prof. Dr. Patrick Ziltener

Einführungs- und Theoriemodul

Das Modul bietet eine grundlegende Einführung in das Handwerk der Geschichtswissenschaft. Die Teilnehmenden sollen in konzentrierter Form mit Techniken der fachwissenschaftlichen Literaturrecherche, Quellenerschließung und -interpretation vertraut gemacht werden. Ziel ist auch der Erwerb von Kompetenzen im Bereich der Informationsbeschaffung und Informationsverarbeitung (auch EDV-gestützt). Die Teilnehmenden werden mit Originalquellen arbeiten, sie werden eingeführt in die Kunst, aus bruchstückhaften, im Zerfall begriffenen Textfragmenten Szenarien zu rekonstruieren. Der Bogen wird von der Antike, wo Beispiele althistorischer Feldforschung vorgeführt werden, über das Mittelalter bis in die neueste Zeit gespannt. Eine Leitfrage wird sich mit dem Problem beschäftigen, welche Kriterien – aus historischer Sicht – Informationsspeicherung bestimmen sollten und welche technischen Optionen bestehen. Das Modul wird durch zwei Besuche in Zürcher Archiven abgerundet.

Dozierende: lic. phil. Walter Bersorger, Dr. Jan-Friedrich Missfelder, Dr. Dominik Schnetzer, Eva Seemann, Prof. Dr. Bernd Roeck, Dr. Julian Führer, Prof. Dr. Anne Kolb

Monachien heute. Eine Staatsform in historischer Perspektive

Noch immer funkelt der Glanz der Kronen, so in Spanien, in den Niederlanden und – besonders blendend – im Vereinigten Königreich Grossbritannien und Nordirland. Das Selbstverständnis ihrer Repräsentanten hat tiefen Wandel erfahren. Wir fragen, wie Monarchien Europa formten und welche Funktionen die Monarchie im demokratischen Zeitalter hat. Wie lebt es sich unter dem Zepter? Und welche Zukunft hat die Monarchie aus der Perspektive einer Zeit, in der die westlichen Demokratien sich in einer tiefen Identitätskrise zu befinden scheinen? Darüber hinaus soll den anthropologischen Voraussetzungen des Königtums sowie den mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Ausformungen der Monarchie Aufmerksamkeit gewidmet werden. Auch das Wilhelminische Kaiserreich wird thematisiert. In die monarchische «Praxis» der Gegenwart führt eine Exkursion nach Liechtenstein, bei der die Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus erster Hand, nämlich durch S. D. Fürst Hans-Adam II., informiert werden.

Dozenten: Prof. Dr. Bernd Roeck, Prof. Dr. Winfried Müller, Prof. Dr. Jörn Leonhard, Prof. Dr. Hartmut Leppin, Prof. Dr. Martin Scheutz, Prof. Dr. Friso Wielenga, Prof. Dr. Friso Wielenga, Dr. Leonhard Horowski und seine Durchlaucht Fürst Hans-Adam II.

Programm_Modul_1.1_Monarchien_heute

Geschichte und Psychologie. Leben Schreiben. Aspekte des (Auto-) Biographischen

Das Menschliche historischer Figuren reizt zu Spekulationen und gewagten Konstruktionen. Eine (Auto-)Biografie zu schreiben, heisst zu psychologisieren. Welche Brücken gibt es zwischen Geschichtswissenschaft und heutiger empirischer Psychologie? Die Identitätsentwicklung, autobiographisches Erinnern, lebensgeschichtliche Brüche und Traumata diskutieren zunächst die Psychologen und ein Historiker, der für die Shoa-Foundation von Steven Spielberg die deutschsprachigen Interviews mit Holocaust-Überlebenden koordiniert und durchgeführt hat. Dabei wird an Beispielen illustriert wie subjektiv, abhängig von Grundgefühlen und von ‚Verletzungen’ das Gedächtnis ist. Zudem wird über die Erzählbarkeit und deren Fallstricke und Grenzen diskutiert.

Dozenten: Prof. Dr. Elisabeth Bronfen; Prof. Dr. Dr. Andreas Maercker; Prof. Dr. Andreas Beyer; Prof. Dr. Tilmann Habermas, Prof. Dr. Alfred Hornung, Prof. Dr. Albert Lichtblau, Gary Schwarz; Prof. Dr. Werner Greve

Programm_Geschichte_Psychologie

Geschichte und Politik I: Das europäische Staatssystem und sein Werden

Das heutige Zusammenwachsen der europäischen Staatenwelt wirft zwangsläufig die Frage nach ihrer Genese, Ausprägung und Entwicklung auf, da trotz wachsender europäischer Gemeinsamkeiten weiterhin politische Heterogenität und kulturelle Vielfalt prägende Elemente bilden. Diese Faktoren resultieren nicht zuletzt aus dem langen Entstehungsprozess dieses Staatensystems, der von der klassischen Antike bis in unsere heutige Zeit reicht. Das Modul diskutiert daher exemplarisch relevante Phänomene politischer und gesellschaftlicher Organisationsformen sowie ihre Entwicklungen; beleuchtet werden ebenso zugrunde liegende Vorstellungen, Modelle und Theorien. Themenschwerpunkte bilden im Detail a) die antiken Grundlagen wie die „Griechische Polis“ und das „Imperium Romanum“, b) im Mittelalter die Intensivierung und Verräumlichung von Herrschaft, c) die Situation im frühneuzeitlichen Europa, d) die Staatstheorie insbesondere bei Machiavelli, Bodin, Hobbes und schliesslich e) Europa im 19. und 20. Jahrhundert unter besonderer Berücksichtigung der „Wiener Ordnung“, des Imperialismus und der Kolonialpolitik, des ersten Weltkriegs und der Nachkriegsordnung, des Kalten Kriegs sowie der folgenden neuen Weltordnung.

Dozenten: Prof. Dr. Anne Kolb, Prof. Dr. Georg Kohler, Prof. Dr. Bernd Roeck, Prof. Dr. Jörn Leonhard, Prof. Dr. Sebastian Scholz

Geschichte und Religion: Historisch vergleichende Blicke auf Konfliktlagen, Identitätsdiskurse und Re-Formationen im Zeitalter der Globalisierung

Religion ist heute in vieler Hinsicht ein „heisses“ Thema: Schlagzeilen oszillieren zwischen Friedensappellen und Terrorvisionen. Hat die Annahme einer fortschreitenden Säkularisierung zumindest der westlichen Welt ausgedient? Ist der mediale Hype Ausdruck einer „Rückkehr“ der Religion, ihrer Götter und Götzen, oder weist er eher auf eine Neubestimmung des Religiösen unter den Bedingungen globaler Kommunikation? Ist der Bereich der Religion ein globaler Markt geworden, der ebenso universelle Heilsgüter verspricht, wie er neue Partikularismen und Überlegenheitsfantasien befördert? Sind Fundamentalismen anachronistische Rückfälle in eine idealisierte Vergangenheit, sind sie hypermodern oder beides zugleich? Last but not least: Wie kann in diesem „heissen“ Kontext wissenschaftlich verantwortet nach Anfängen und/oder Grundlagen einzelner religiöser Traditionen gefragt werden?

Das Modul verknüpft kulturwissenschaftliche und globalhistorische Zugänge mit dem Ziel, durch den Verweis auf geschichtliche Zusammenhänge ein kritisches Verständnis aktueller Veränderungen im Bereich der Religion(en) an verschiedenen hot spots der Welt (im Nahen Osten, Süd- und Ostasien, den USA und in Europa) zu ermöglichen.

Dozierende: Prof. Dr. Christoph Uehlinger, Prof. Dr. Philip Clart, Prof. Dr. Michael Hochgeschwender, Dr. Annemarie Mertens, Prof. Dr. Maurus Reinkowski, Prof. Dr. Dorothea Weltecke, Prof. Dr. Hubert Wolf

Wirtschaftskulturen der Welt Teil 3: Frankfurt am Main und London

Die School wird sich mit Frankfurt am Main und London als zwei „klassische“ europäische Handels- und Finanzplätze beschäftigen. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie geographische Lage, politische und institutionelle Rahmenbedingungen sowie der Ort in globalen Vernetzungen dazu beitrugen, dass sich diese Standorte von zahlreichen rivalisierenden Wirtschaftszentren abheben konnten. Dabei spielt das Verhältnis zwischen der Stadt und dem größeren Herrschaftszusammenhang, in dem sie angesiedelt ist, eine wichtige Rolle.

Während London im 18. Jahrhundert zur Hauptstadt des ersten Industrielandes der
Welt und dann zum Zentrum des britischen Empire aufstieg, war das viel kleinere
Frankfurt nie ein politisches Zentrum, konnte aber gerade deshalb im Alten Reich
und im 19. Jahrhundert wichtige finanzielle und ökonomische Funktionen in der
zersplitterten mitteleuropäischen Staatenlandschaft leisten, sei es als Finanzplatz für
die diversen Staatsanleihen, sei es als Messeplatz, sei es schliesslich als Versammlungsort
des Deutschen Bundes. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg wurde aus dem
kleinen Frankfurt der wirtschaftliche Mittelpunkt der Bundesrepublik und damit ein
grosser Finanzplatz, der sich zeitweilig mit London mass, das immer schon in globalen
Dimensionen gedacht und gehandelt hatte.

Dozenten: Ben Alsop, Prof. Dr. Ralf Banken, Prof. Dr. Andreas Fahrmeir, Prof. Dr. Dieter Hein, Lee Jackson, Prof. Dr. Ranald Michie, Dr. Rudolf Muhs, Prof. Dr. Werner Plumpe, Prof. Dr. Michael Rothmann, Dr. Michael Schaich, Prof. Dr. Margrit Schulte-Beerbühl

Programm_Wirtschaftskulturen_Frankfurt_London

Geschichte des Nationalsozialismus

Das Modul behandelt die Grundlage der NS-Ideologie, die „Machtergreifung“ Hitlers und der NSDAP, die „Gleichschaltung“ des öffentlichen Lebens, die Aussen- und Kriegspolitik, die Rassen- und Vernichtungspolitik sowie der Umgang mit der nationalsozialistischen Vergangenheit nach 1945.

Dozierende: Prof. Dr. Manfred Nebelin; Prof. Dr. Rainer Blasius; Prof. Dr. Frank-Lothar Kroll; Prof. Dr. Reiner Pommerin; Prof. Dr. Karl-Heinz Schlap; Prof. Dr. Hartmut Voit; Dr. Clemens Vollnhals

Geschichte und Ökonomie I: Geschichte des ökonomischen Denken

Die Wirtschaftswissenschaften haben in den letzten Jahrzehnten einen spektakulären Aufstieg erlebt. In der Verwaltung, der Politik und den Unternehmen ist es normal geworden, ökonomische Modelle zu verwenden, um Entscheidungen zu begründen. Das Modul zeigt auf, wie die modernen Wirtschaftswissenschaften entstanden sind, geht dem Verhältnis von ökonomischer Theorie und wirtschaftspolitischer Praxis nach und fragt nach den Grenzen des ökonomischen Denkens, die in der jüngsten Finanzkrise besonders sichtbar geworden sind.

Dozierende: Prof. Dr. Tobias Straumann, Prof. Dr. Hartmut Berghoff, Prof. Dr. Peter Kugler, Prof. Dr. Klaus W. Wellershof,

Erinnerungskulturen. Gedenken, Vergessen und Vergangenheitspolitik

„Erinnerung“ kann  in gewissem Sinne als  Gegenbegriff zu Geschichte gesehen werden. Denn anders als Geschichte versteht man seit den 1990er Jahren unter Erinnerungskultur kollektiv geteiltes Wissen „über die Vergangenheit, auf das eine Gruppe ihr Bewusstsein von Einheit und Eigenart stützt“ (A. Assmann). Erinnerungskultur ist somit nicht an den Objektivitätsanspruch von Geschichtsschreibung gebunden, sondern kann zeit- und gruppenspezifisch und durch unterschiedliche Medien wie Texte, Bilder und Riten Deutungen anbieten, um ein gesellschaftliches Selbstbild zu stabilisieren. Gerade durch ihre Unterschiedlichkeit sind Erinnerungskulturen in Geschichte und Gegenwart ein lohnendes Ansatzpunkt, zentrale Fragen von Identität.

Dozierende: PD Dr. Gerald Schwedler; Prof. Dr. Stefan Berger; PD Dr. Beate Dignas; Prof. Dr. Alessandro Arcangeli; Prof. Dr. Marek Tamm; Prof. Dr. Jeffrey Olick

Geschichte und Medien: Wie die Geschichte zu den Menschen kommt

Das Modul soll in die Praxis der medialen Vermittlung von Geschichte einführen, und zwar insbesondere in der Unterrichtspraxis, im Museums- und Ausstellungswesen und in Film und Fernsehen. Die Umsetzung historischer Stoffe für ein breiteres Publikum verlangt historische Fachkenntnisse; sie erfordert zugleich die Fähigkeit, komplexe Sachverhalte komprimiert darzustellen, ohne daß die Aussagen dadurch falsch oder trivial würden. Dazu kommen spezifische Anforderungen durch die jeweiligen Medien: Das Rundfunkfeature hat partiell auf andere Archivbestände zurückzugreifen, als der Dokumentarfilm oder die Internet- Präsentation, ebenso unterschiedlich sind die Strategien der medialen Aufbereitung. Das Seminar wird mit solchen Strategien anhand erfolgreicher TV- Dokumentationen und Radiosendungen vertraut machen und sie der kritischen Diskussion unterziehen. Ebenso sollen die Mittel zur Herstellung von “Authentizität”, wie sie zum Beispiel in Spielfilmen oder in “Doku-Dramen” zur Anwendung kamen und kommen, analysiert werden.

Dozierende: Prof. Dr. Bernd Roeck, Prof. Dr. Elisabeth Bronfen, Dr. Urs Hafner, Dr. Stefanie Hölscher, lic. ès. sc. pol. Stephan Klapproth; Prof. Dr. Hans Ottomeyer, Prof. Dr. Hans-Ulrich Thamer, Matthias Unterburg

Curriculum 2017 - 2019

Grosse Geschichtsschreibung I

Die großen Historiker des Altertums und des Mittelalters sind nicht allein deshalb noch immer von Interesse, weil sie in ferne Zeiten und untergegangene Kulturen “entführen” und weil sie das Fundament unseres Wissens um die Vergangenheit gelegt haben. Die Rekonstruktionen von Handlungszusammenhängen, die ein Herodot, Thukydides oder Tacitus bieten, ihre Sicht des Politischen, nicht zuletzt die Kunst ihrer Darstellung macht die Auseinandersetzung mit ihren Werken zur unverzichtbaren Voraussetzung historischer Bildung. Die Schriften dieser und anderer Historiker, die in dem Modul vorgestellt werden, enthalten noch immer relevante Formen politischer Analyse und psychologischer Deutung. Die Lehrveranstaltungen des Moduls werden zugleich Veranlassung bieten, ideologische und religiöse Voraussetzungen von Geschichtsschreibung bewußt zu machen, in die kritische Lektüre der Texte einzuführen. Das heißt auch: nicht allein die Aktualität der großen Geschichtsschreiber des Altertums und des Mittelalters steht im Vordergrund, auch das, was an ihnen “anders” ist, was uns fremd erscheint und unsere Welt von ihrer Welt unterscheidet.

Dozenten: Prof. Dr. Anne Kolb, Prof. Dr. Michael Rathmann, Prof. Dr. Sebastian Scholz, Prof. Dr. Enno Rudolph, Prof. Achatz von Müller

Transatlantische Beziehungen – Europa und die USA

Europa hat ein höchst ungeklärtes Verhältnis zu Amerika. Es ist Vorbild und Bedrohung, gilt als Land der unbegrenzten Möglichkeiten und geschichtslos naive Neuschöpfung, wird verkörpert von hinterwäldlerischen Cowboys und Ikonen der Moderne, wie Wolkenkratzern und Hollywood. Kaum eine „Kultur“ ist in Europa seit dem 19. Jahrhundert so widersprüchlich besetzt, so geliebt und so gehasst, wie die US-Amerikanische Kultur. In Abgrenzung zu den USA sucht Europa seine Identität und ist doch selbst zutiefst geprägt von amerikanischen Lebensstilen und Ideen, seinen kulturellen Exporten und wissenschaftlichen Errungenschaften. „Amerika“ glauben wir zu verstehen und doch gibt es grundlegende historische und gesellschaftliche Unterschiede, die auch zu einem anderen Verhältnis zu Religion, Familie und Staat geführt haben. Im Modul „Transatlantische Beziehungen“ werden historische und aktuelle Fragen zum Verhältnis USA-Europa untersucht.

Dozenten: Prof. Dr. Gesine Krüger, Prof. Dr. Elisabeth Bronfen, Prof. Dr. Ruth Mayer, Prof. Dr. Heike Paul

Wirtschaftskulturen der Welt, Teil 4: New York

New York verkörpert wie kaum eine zweite Stadt den amerikanischen Traum, die Vorstellung, dass jeder Mensch es durch harte Arbeit und unternehmerische Initiative „vom Tellerwäscher zum Millionär“ schaffen kann. Die höchst diverse Wirtschaftskultur der USA spiegelt sich in großen, hierarchisch organisierten Unternehmen wider, aber auch in den vielen kleinen unternehmerischen Initiativen, die das Stadtbild New Yorks prägen. Die Summer School geht der Vielfalt dieses Unternehmertums nach und analysiert die Gemeinsamkeiten und Unterschiede mit Europa genauso wie die wechselseitigen transatlantischen Beeinflussungen. Die Teilnehmer diskutieren die systemischen Unterschiede in Unternehmensorganisation und Ausbildung und die Rolle von Einwanderung und Mobilität für diesen Wirtschaftsraum. Ferner werden Experten und Praktiker einen Einblick in unternehmerische Projekte im Bereich von Gastronomie, Finanzen, Kunst geben, die die amerikanische Wirtschaftskultur auf der Mikroebene beschreiben.

Dozenten: Prof. Dr. Hartmut Berghoff, Prof. Dr. Christina Lubinski, Prof. Dr. Lou Hyman, Prof. Dr. Julia Ott, PD Dr. Atiba Pertilla, Prof. Dr. R. Daniel Wadhwani

Geschichte und Politik II: Aufstieg und Fall der Reiche – Universalhistorische Konzepte

Der Vergleich der Geschicke von Welt- und Grossreichen sollte Kriterien für den Aufstieg und Niedergang großer staatlicher Organisationen und Imperien zutage fördern, die allgemeinere Geltung beanspruchen dürften. Die Dozierenden werden nur am Rande auf die klassischen universalhistorischen Modellbildungen von Gibbon bis Toynbee und von Spengler bis Huntington eingehen. Vielmehr soll der aktuelle Forschungsstand zur Frage, welche Faktoren zum machtpolitischen “Erfolg” bzw. zum Niedergang geführt haben könnten, resümiert werden. Dabei wird es darum gehen, die Relevanz einzelner Faktoren – Wirtschaft, Qualität der Eliten, Gesellschaftsstruktur, geopolitische Lage etc.- gegeneinander abzuwägen.

Dozenten: Dr. Jan-Friedrich Missfelder, Prof. Dr. Arndt Brendecke, Prof. Dr. Harald Fischer-Tiné, Prof. Dr. Michael Hochgeschwender, Prof. Dr. Herfried Münkler, Prof. Dr. Frithjof Benjamin Schenk,

Geschichte und Ökonomie II: Zentren der Weltwirtschaft

Vor tausend Jahren galten China und Indien als Zentren der Weltwirtschaft. Marco Polo begab sich auf dem Landweg nach Peking, Christoph Columbus suchte Indien auf dem Seeweg. Wenige Jahrhunderte später aber waren es die rückständigen Europäer, welche die Weltwirtschaft revolutionierten, und heute gilt das westliche Modell als Vorbild, das China und Indien zu erreichen versuchen. Wie kam es zu dieser totalen Umkehrung der Verhältnisse, und wie muss man das Entwicklungspotential Chinas und Indiens einschätzen? Das Modul beschäftigt sich mit diesen beiden fundamentalen Fragen der Wirtschaftsgeschichte.

Dozenten: Prof. Dr. Tobias Straumann, Prof. Dr. Peter Kugler, Prof. Dr. Mark Spoerer, PD Dr. Patrick Ziltener

Schlussveranstaltung 11. Curriculum

Die Veranstaltung versucht eine Resümee des Masterkurses. Im intensiven Gespräch mit Teilnehmerinnen und Teilnehmern wird versucht, sich darüber klar zu werden, was die Auseinandersetzung mit einem zentralen geisteswissenschaftlichen Fach für Problemlösungen in der Gegenwart und die Steuerung künftiger Entwicklungen bringen kann.

Dozenten: Themen und Dozierende werden noch bekanntgegeben

Abschlussarbeit

Die Abschlussarbeit für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer im MAS-Studiengang und DAS-Studiengang sollte bis zum 30. September 2018 erstellt werden.

Sie sind in der Wahl Ihrer Betreuerin/Ihres Betreuers frei.

Geschichte und Psychologie. Leben Schreiben. Aspekte des (Auto-)Biographischen

Das Menschliche historischer Figuren reizt zu Spekulationen und gewagten Konstruktionen. Eine (Auto-)Biografie zu schreiben, heisst zu psychologisieren. Welche Brücken gibt es zwischen Geschichtswissenschaft und heutiger empirischer Psychologie? Die Identitätsentwicklung, autobiographisches Erinnern, lebensgeschichtliche Brüche und Traumata diskutieren zunächst die Psychologen und ein Historiker, der für die Shoa-Foundation von Steven Spielberg die deutschsprachigen Interviews mit Holocaust-Überlebenden koordiniert und durchgeführt hat. Dabei wird an Beispielen illustriert wie subjektiv, abhängig von Grundgefühlen und von ‚Verletzungen’ das Gedächtnis ist. Zudem wird über die Erzählbarkeit und deren Fallstricke und Grenzen diskutiert.

Dozenten: Prof. Dr. Elisabeth Bronfen; Prof. Dr. Dr. Andreas Maercker; Prof. Dr. Andreas Beyer; Prof. Dr. Tilman Habermas, Prof. Dr. Alfred Hornung, Prof. Dr. Albert Lichtblau, Gary Schwarz; Prof. Dr. Werner Greve

Programm_Geschichte_Psychologie

Geschichte und Politik I: Das europäische Staatensystem und sein Werden

Das heutige Zusammenwachsen der europäischen Staatenwelt wirft zwangsläufig die Frage nach ihrer Genese, Ausprägung und Entwicklung auf, da trotz wachsender europäischer Gemeinsamkeiten weiterhin politische Heterogenität und kulturelle Vielfalt prägende Elemente bilden. Diese Faktoren resultieren nicht zuletzt aus dem langen Entstehungsprozess dieses Staatensystems, der von der klassischen Antike bis in unsere heutige Zeit reicht. Das Modul diskutiert daher exemplarisch relevante Phänomene politischer und gesellschaftlicher Organisationsformen sowie ihre Entwicklungen; beleuchtet werden ebenso zugrunde liegende Vorstellungen, Modelle und Theorien. Themenschwerpunkte bilden im Detail a) die antiken Grundlagen wie die „Griechische Polis“ und das „Imperium Romanum“, b) im Mittelalter die Intensivierung und Verräumlichung von Herrschaft, c) die Situation im frühneuzeitlichen Europa, d) die Staatstheorie insbesondere bei Machiavelli, Bodin, Hobbes und schliesslich e) Europa im 19. und 20. Jahrhundert unter besonderer Berücksichtigung der „Wiener Ordnung“, des Imperialismus und der Kolonialpolitik, des ersten Weltkriegs und der Nachkriegsordnung, des Kalten Kriegs sowie der folgenden neuen Weltordnung.

Dozenten: Prof. Dr. Anne Kolb, Prof. Dr. Georg Kohler, Prof. Dr. Bernd Roeck, Prof. Dr. Jörn Leonhard, Prof. Dr. Sebastian Scholz

Geschichte und Religion: Historisch vergleichende Blicke auf Konfliktlagen, Identitätskurse und Re-Formationen im Zeitalter der Globalisierung

Religion ist heute in vieler Hinsicht ein „heisses“ Thema: Schlagzeilen oszillieren zwischen Friedensappellen und Terrorvisionen. Hat die Annahme einer fortschreitenden Säkularisierung zumindest der westlichen Welt ausgedient? Ist der mediale Hype Ausdruck einer „Rückkehr“ der Religion, ihrer Götter und Götzen, oder weist er eher auf eine Neubestimmung des Religiösen unter den Bedingungen globaler Kommunikation? Ist der Bereich der Religion ein globaler Markt geworden, der ebenso universelle Heilsgüter verspricht, wie er neue Partikularismen und Überlegenheitsfantasien befördert? Sind Fundamentalismen anachronistische Rückfälle in eine idealisierte Vergangenheit, sind sie hypermodern oder beides zugleich? Last but not least: Wie kann in diesem „heissen“ Kontext wissenschaftlich verantwortet nach Anfängen und/oder Grundlagen einzelner religiöser Traditionen gefragt werden?

Das Modul verknüpft kulturwissenschaftliche und globalhistorische Zugänge mit dem Ziel, durch den Verweis auf geschichtliche Zusammenhänge ein kritisches Verständnis aktueller Veränderungen im Bereich der Religion(en) an verschiedenen hot spots der Welt (im Nahen Osten, Süd- und Ostasien, den USA und in Europa) zu ermöglichen.

Dozierende: Prof. Dr. Christoph Uehlinger, Prof. Dr. Aziz Al-Azmeh, Prof. Dr. Philip Clart, Prof. Dr. Michael Hochgeschwender, Dr. Annemarie Mertens, Prof. Dr. Maurus Reinkowski, Prof. Dr. Dorothea Weltecke, Prof. Dr. Hubert Wolf

Wirtschaftskulturen der Welt, Teil 3: Frankfurt am Main und London

Die School wird sich mit Frankfurt am Main und London als zwei „klassische“ europäische Handels- und Finanzplätze beschäftigen. Im Mittelpunkt wird die Frage stehen, wie geographische Lage, politische und institutionelle Rahmenbedingungen sowie der Ort in globalen Vernetzungen dazu beitrugen, dass sich diese Standorte von zahlreichen rivalisierenden Wirtschaftszentren abheben konnten. Dabei spielt das Verhältnis zwischen der Stadt und dem größeren Herrschaftszusammenhang, in dem sie angesiedelt ist, eine wichtige Rolle.

Dozenten: Prof. Dr. Johannes Bähr, Prof. Dr. Andreas Fahrmeir, Prof. Dr. Werner Plumpe

Geschichte des Nationalsozialismus

Die Herrschaft des Nationalsozialismus markiert nicht nur für die Geschichte Deutschlands, sondern auch für die Europas und der Welt die entscheidende Zäsur im 20. Jahrhundert. Das Modul behandelt die Grundlagen der NS-Ideologie, die „Machtergreifung“ Hitlers und der NSDAP, die „Gleichschaltung“ des öffentlichen Lebens, die Aussen- und Kriegspolitik, die Rassen- und Vernichtungspolitik sowie den Umgang mit der nationalsozialistischen Vergangenheit nach 1945.

Dozenten: Prof. Dr. Manfred Nebelin, Dr. Götz Aly, Prof. Dr. Rainer Blasius, Prof. Dr. Frank-Lothar Kroll, Prof. Dr. Reiner Pommerin, Prof. Dr. Karl-Heinz Schlap, Prof. Dr. Hartmut Voit, Dr. Clemens Vollnhals

Geschichte und Ökonomie I: Geschichte des ökonomischen Denkens

Die Wirtschaftswissenschaften haben in den letzten Jahrzehnten einen spektakulären Aufstieg erlebt. In der Verwaltung, der Politik und den Unternehmen ist es normal geworden, ökonomische Modelle zu verwenden, um Entscheidungen zu begründen. Das Modul zeigt auf, wie die modernen Wirtschaftswissenschaften entstanden sind, geht dem Verhältnis von ökonomischer Theorie und wirtschaftspolitischer Praxis nach und fragt nach den Grenzen des ökonomischen Denkens, die in der jüngsten Finanzkrise besonders sichtbar geworden sind.

Dozierende: Prof. Dr. Tobias Straumann, Prof. Dr. Hartmut Berghoff, Prof. Dr. Peter Kugler, Prof. Dr. Klaus W. Wellershof, Prof. Dr. Oliver Zimmer

Geschichte und Medien: Wie die Geschichte zu den Menschen kommt

Das Modul soll in die Praxis der medialen Vermittlung von Geschichte einführen, und zwar insbesondere in der Unterrichtspraxis, im Museums- und Ausstellungswesen und in Film und Fernsehen. Die Umsetzung historischer Stoffe für ein breiteres Publikum verlangt historische Fachkenntnisse; sie erfordert zugleich die Fähigkeit, komplexe Sachverhalte komprimiert darzustellen, ohne daß die Aussagen dadurch falsch oder trivial würden. Dazu kommen spezifische Anforderungen durch die jeweiligen Medien: Das Rundfunkfeature hat partiell auf andere Archivbestände zurückzugreifen, als der Dokumentarfilm oder die Internet- Präsentation, ebenso unterschiedlich sind die Strategien der medialen Aufbereitung. Das Seminar wird mit solchen Strategien anhand erfolgreicher TV- Dokumentationen und Radiosendungen vertraut machen und sie der kritischen Diskussion unterziehen. Ebenso sollen die Mittel zur Herstellung von “Authentizität”, wie sie zum Beispiel in Spielfilmen oder in “Doku-Dramen” zur Anwendung kamen und kommen, analysiert werden.

Dozierende: Prof. Dr. Bernd Roeck, Annette Bruhns, Prof. Dr. Elisabeth Bronfen, Dr. Urs Hafner; Dr. Stefanie Hölscher; Tanja Kinkel, lic. ès. sc. pol. Stephan Klapproth; Prof. Dr. Hans Ottomeyer, Prof. Dr. Olaf B. Rader, Dr. Andreas Spillmann; Prof. Dr. Hans-Ulrich Thamer, Matthias Unterburg

Megatrends II: Historische Trendanalyse, Geschichte und Zukunftsforschung

Das Modul führt eine Begegnung zwischen Geschichtswissenschaft und Futurologie herbei. Dabei werden fundamentale Fragen beider Fächer diskutiert: Kann eine Analyse der Vergangenheit Schlüsse auf künftige Entwicklungen ermöglichen? Wo liegen die Chancen einer historischen Prognostik, wo sind ihre Grenzen? Kann man also, wie schon die Antike meinte, aus der Geschichte lernen?

Dozierende: Prof. Dr. Bernd Roeck, Prof. Dr. Alexander Demandt, Prof. Dr. Georg Kohler, Prof. Dr. Daniel Kübler, Prof. Dr. Herfried Münkler, Prof. Dr. Manfred G. Schmidt

Wirtschaftskulturen der Welt, Teil 2: Hong Kong und Taipei

Die Summerschool wird die einzigartige Stellung von Hong Kong und Taipei und die Wurzeln des ostasiatischen Wirtschaftswunders aus unterschiedlichen Blickwinkeln beleuchten. Wir werden der Frage nachgehen, wie Religion, Kultur und wirtschaftlicher Erfolg zusammenhängen, und unternehmen eine Reise in die nahegelegene Sonderwirtschaftszone Shenzhen, wo der Aufstieg der Volksrepublik China seinen Anfang nahm. Ein weiterer Schwerpunkt wird die Geschichte des Finanzplatzes Hongkong bilden, die viele Parallelen mit der Entwicklung des Finanzplatzes Schweiz aufweist. Abschliessend werden uns einheimische Expertinnen und Experten Auskunft geben über die Zukunftschancen der Volksrepublik China. Wird das 21. Jahrhundert chinesisch geprägt sein, so wie das 20. Jahrhundert amerikanisch geprägt war? Oder wird sich ein neues Gleichgewicht zwischen Osten und Westen einstellen?

Dozierende: Prof. Dr. Tobias Straumann, Prof. Dr. Tobias Brander, Prof. Dr. Olaf Eichstädt, Prof. Dr. Peter Kugler, Prof. Dr. Shai-shu Tzeng

Megatrends III: Urbanisierung – von der Stadt zur Megacity

Das Modul beschäftigt sich mit dem historischen Phänomen der Urbanisierung. Es werden Strukturen der Stadt in der Antike und im Mittelalter analysiert, die Reaktionen von Städten auf Katastrophen in der Neuzeit nachgezeichnet und die Triebkräfte der Stadtentwicklung vom frühen Städtewesen zur Metropolitanregion aufgezeigt. Wir diskutieren den Städtebau im Alpenraum, aber auch so aktuelle Themen wie „Unordnung und Ordnung“ in modernen Metropolen (Stichwort „Slum“) und versuchen ihre sozialen Implikationen zu verstehen. Es werden zentrale Themen zum Lebensraum Stadt behandelt: ihre Topographien, die Architektur, die Gegensätze von Slums und Wolkenkratzern, Stadt- und Landflucht. Abschliessend sollen gezielte Schlaglichter auf die so genannten kolonialen „Megacities“ Shanghai und Rio de Janeiro geworfen werden, immer mit dem Anspruch, ihre aktuellen und zukünftigen Probleme auf dem Hintergrund ihrer Geschichte und der Stadtentwicklungen im Allgemeinen besser zu verstehen.

Ebenfalls Teil dieses Moduls wird ein Züricher Stadtrundgang mit dem Zürcher Archäologen und Historiker Dr. Martin Illi sein.

Dozierende: Dr. Gerald Schwedler, Dr. Armand Baeriswyl, Dr. Mascha Bisping, Dipl. Ing. Anne Brandl, Prof. Dr. Arndt Brendecke, Dr. Martin Illi, Prof. Dr. Martin Kroll, Prof. Dr. Felicitas Schmieder, PD Dr. Jörg Schwarz, Dipl. Michael Wagner, Dr. Marc Winter

Geschichte und Politik IV: Kriegsursachen, Konflikte und Konfliktmanagement

Die Geschichte bietet einen gewaltigen Erfahrungsschatz für die Auseinandersetzung mit dem Problem, warum Kriege und Konflikte “ausbrechen” (genauer: gemacht werden) und welche Techniken ihre Liquidierung ermöglichen. Auch gibt es keinen gegenwärtigen Krieg oder Konflikt, der ohne Kenntnis der historischen Tiefendimension beurteilt werden kann. Auch dieses Model wird zur vergleichenden Perspektive vordringen und versuchen, die grundlegende Frage nach den Voraussetzungen der Anwendung kriegerischer Gewalt aus historischer Sicht einer Antwort näherzubringen.

Dozierende: Prof. Dr. Kurt R. Spillmann, Prof. Dr. Dieter Ruloff, Prof. Dr. Bernd Roeck, Botschafter Josef Bucher, Dr. Simon Mason

Geschichte und Umwelt: Von der kleinen Eiszeit zur globalen Erwärmung

Das Modul bietet einen Überblick für die Zeit der letzten tausend Jahre, führt in Fragestellungen der Umweltgeschichte ein und schildert die Interaktion von Klima und Mensch seit dem Mittelalter. Dabei werden so drängende Fragen aufgeworfen wie die nach dem Zusammenhang von knapper werdenden Ressourcen und Gewaltkonflikten (Stichwort: Klimakriege), zwischen Klimawandel und Katastrophen und zwischen Industrialisierung und globaler Klimaerwärmung.

Dozenten: Dr. Stephan Sander-Faes, Prof. Dr. Nils Büttner, Prof. Dr. Hansjörg Küster, Prof. Dr. Christian Pfister, Prof. Dr. Stefan Rahmstorf, Prof. Dr. Bernd Roeck, Prof. Dr. Reinhold Reith, Prof. Dr. Joseph Tainter

Einführungs- und Theoriemodul

Das Modul bietet eine grundlegende Einführung in das Handwerk der Geschichtswissenschaft. Die Teilnehmenden sollen in konzentrierter Form mit Techniken der fachwissenschaftlichen Literaturrecherche, Quellenerschließung und -interpretation vertraut gemacht werden. Ziel ist auch der Erwerb von Kompetenzen im Bereich der Informationsbeschaffung und Informationsverarbeitung (auch EDV-gestützt). Die Teilnehmenden werden mit Originalquellen arbeiten, sie werden eingeführt in die Kunst, aus bruchstückhaften, im Zerfall begriffenen Textfragmenten Szenarien zu rekonstruieren. Der Bogen wird von der Antike, wo Beispiele althistorischer Feldforschung vorgeführt werden, über das Mittelalter bis in die neueste Zeit gespannt. Eine Leitfrage wird sich mit dem Problem beschäftigen, welche Kriterien – aus historischer Sicht – Informationsspeicherung bestimmen sollten und welche technischen Optionen bestehen. Das Modul wird durch zwei Besuche in Zürcher Archiven abgerundet.

Der Kurs ist Voraussetzung für die Arbeit mit Originalquellen im folgenden Semester. An einem der Kurstage werden in der Zentralbibliothek Zürich historische Recherchemethoden erprobt.

Am 13. Mai 2016 werden Vertreter und Vertreterinnen der drei Zeitabschnitte Antike, Mittelalter und Neuzeit zu den Zielen des Masterstudienganges Stellung beziehen. Sie versuchen – aus der Sicht ihrer Fächer – erste Antworten auf die Fragen nach der “Gegenwart der Vergangenheit”. Was bedeutet die Geschichte des Altertums, für Generationen die wichtigste Grundlage eines Begriffs von Bildung, für uns heute? Welche konkreten Anwendungsmöglichkeiten könnte die Auseinandersetzung damit eröffnen? Was kann das 21. Jahrhundert aus der Geschichte des Mittelalters lernen? Und welche Erfahrungen halten Neuere und Neueste Geschichte bereit?

Dozierende: lic. phil. Walter Bersorger, Prof. Dr. Bernd Roeck, Prof. Dr. Anne Kolb, Prof. Dr. Sebastian Scholz, Dr. Jan-Friedrich Missfelder, Dr. Hans Ulrich Pfister (Staatsarchiv des Kantons Zürich), Dr. Dominik Schnetzer, M.A. Eva Seemann, M.A. Oliver Thiele (Zentralbibliothek Zürich)

Summerschool Berlin: Wendepunkte der Weltgeschichte. Über die Momente der Entscheidung

Manchen erscheint die Geschichte als ein grosser Strom, der dahinfliesst und
seinen Lauf nur allmählich ändert. Andere sehen Biegungen, Geraden, unvorhergesehene
Stromschnellen: die Momente der Entscheidung, jene Wochen,
Tage, Stunden, in der die Krise ihren Höhepunkt erreicht, der Entschluss
irreversibel, die Schlacht geschlagen ist. Sicher ist, dass der Lauf der
Dinge bisweilen und manchmal in dramatischer Form die Richtung wechselt.
Danach ist nicht alles, aber vieles anders. Die Summerschool Berlin geht der Frage nach, wann und wo sich solche «Kehren» wohl vollziehen. Sie fragt nach den Mikromechanismen des historischen Prozesses. Sie versucht, «Sternstunden der Menschheit» (Stephan Zweig)
ein wenig näher zu fassen – diskutiert aber auch das eminente theoretische
Problem, in welchem Mass es überhaupt möglich ist, diesen verborgenen
Augenblick des Weltgeschehens dingfest zu machen. War die Meerenge von
Salamis tatsächlich ein Nadelöhr der Weltgeschichte? In welchem Moment
war der Weg in den Ersten Weltkrieg irreversibel? Wann war entschieden, dass Hitler an die Macht gelangen würde? Historikerinnen und Historiker kommen zu Wort, dazu auch Zeitzeugen einer der grossen Wenden der neuesten Geschichte, die eben in Berlin ihren
Ort hatte: Der Fall der Mauer im November 1989.

Dozenten: Prof. Dr. Bernd Roeck (Koordination der Summerschool), Prof. Dr. Francis Cheneval, Prof. Dr. Alexander Demandt, Prof. Dr. Ulrike Freitag, Prof. Dr. Ulrich Herbert, Prof. Dr. Hans-Joachim Hinrichsen, Prof. Dr. Jörn Leonhard, Dr. Ulrich Mählert, Prof. Dr. Gabriele Metzler, Prof. Dr. Herfried Münkler, Prof. Dr. Martin Sabrow, Prof. Dr. Richard Schröder, Prof. Dr. Sven Trakulhun

Programm_Summerschool_Berlin

Grosse Geschichtsschreibung II

Geschichte schreiben – das konnte schon immer heissen: Literatur produzieren. Im günstigsten Fall traf sich grosse Historiographie mit brillantem Stil, ja gelegentlich gar mit Poesie. Das Modul bringt einige Beispiele solcher Spitzenhistoriographie, insbesondere aus dem 19. und 20. Jahrhundert. Unter den behandelten Autoren sind Klassiker wie Jacob Burckhardt, Leopold von Ranke oder Johan Huizinga, aber auch hervorragende Autoren der jüngeren Vergangenheit oder der Gegenwart – von Arno Borst bis zu Fernand Braudel, von Jacques le Goff bis zu Carlo Ginzburg.

Dozierende: Dr. Jan-Friedrich Missfelder, Prof. Dr. Peter Burke, Dr. Philipp Müller, Prof. Dr. Bernd Roeck, Prof. Dr. Sven Trakulhun, Prof. Dr. Thomas Welskopp

Terrorismus und Gewalt: Soziale Voraussetzungen von Terrorismus, Fundamentalismus und politischen Religionen

Das Modul vertieft die Auseinandersetzung mit dem Phänomen menschlicher Gewalt. Auf die Analyse kriegerischer Gewaltanwendung wird nach den – historisch faßbaren – Voraussetzungen asymmetrischer Kriege gefragt, die wahrscheinlich die Szenarien des 21. Jahrhunderts prägen werde; Terrorismus in seinen verschiedenen Ausprägungen ist ohne fundierte Kenntnis historischer Zusammenhänge nicht zu verstehen. Ziel des Moduls ist, zur Erklärung menschlicher Gewaltanwendung als gesellschaftliches und anthropologisches Phänomen vorzudringen. Das bedeutet, daß die Diskussion um die kulturellen und sozialen Voraussetzung von Gewalt von ihren gleichsam kreatürlichen Bedingungen abzugrenzen, beides gegeneinander abzuwägen ist.

Dozierende: Prof. Dr. Bernd Roeck, Dr. Götz Aly, Prof. Dr. Henner Fürtig, Dr. Manfred Klink, Dr. Gert Koenen, Prof. Dr. Dr. Andreas Maercker, Dr. Wolfgang Kraushaar, Prof. Jürgen Stock, Prof. Dr. Peter Waldmann

Geschichte und Politik III: Massenbewegungen und Revolutionen der Neuzeit

Nachrichten von Massenbewegungen und Revolutionen gehören heute zur alltäglichen Berichterstattung. Ihre Analyse kann sich des Erfahrungsreservoirs historischer Revolutionen bedienen; vergleichende Revolutionsforschung erlaubt zwar keine Prognostik, wann und wo genau Umbrüche stattfinden werden, doch ermöglicht sie die Benennung destabilisierender Faktoren, das Umschreiben von Bedingungen, die für die Genese von Massenbewegungen und Revolutionen wichtig werden können – von ökonomischen und sozialen Rahmenbedingungen bis zur Rolle von Kommunikatoren und charismatischen Leitfiguren. Zugleich sollten kontingente Faktoren und für bestimmte historische Konstellationen spezifische Bedingungen benannt werden. Das Modul wird darauf ausgerichtet sein, solche überzeitlich gültigen Kriterien zu erarbeiten, ohne, dass dabei die Grenzen des Vergleichs und damit auch die Grenzen von Prognosen verschwiegen werden. Im Modul soll zunächst der neueste Forschungsstand zu bedeutenden Revolutionen der neueren Geschichte vorgestellt werden. Auf eine begiffliche Klärung folgen Seminarblöcke zum Bauernkrieg, zur Französischen Revolution, zur Oktoberrevolution und zu den Revolutionen von 1989. Ein besonderer Schwerpunkt bildet am Schluss die iranische Revolution und Evaluation ihrer aktuellen Bedeutung durch einen Dozierenden, der sich im Rahmen der Versicherungsindustrie mit soziale und politischer Risikoforschung befasst. Ein abschliessendes Panel mit allen Referenten soll das Resümee ziehen und den Teilnehmenden Gelegenheit geben, wesentliche Erkenntnisse des Moduls in ein Gesamtbild zu integrieren.

Dozierende: Prof. Dr. Francis Cheneval, Prof. Dr. André Krischer, PD Dr. Elham Manea, Prof. Dr. Bernd Roeck, Prof. Dr. Andreas Rödder, Dr. Rolf Tanner, Prof. Dr. Martin Schulze Wessel

Summerschool Rom: Von der Gegenwart der Ewigkeit

Die Götter wollten, dass Rom Hauptstadt der Welt werde, heisst es in der römischen
Gründungsgeschichte bei Titus Livius. Roma caput mundi stand noch auf den Siegeln
der germanischen Kaiser. Rom sei immer der «ideale Mittelpunkt des Reiches»
geblieben, schrieb Ferdinand Gregorovius 1867; in Rom, so Gregorovius, sei «mitten
im Zerfall der politischen Welt […] die weltbürgerliche Idee von der Einheit des
Menschengeschlechts » erhalten worden. Dass Rom ewig sei, hatte im ersten vorchristlichen Jahrhundert der Dichter Tibull behauptet.

Den Spuren der Roma aeterna von der Frühzeit bis heute geht diese Summerschool
in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Historischen Institut nach. Das Programm
besteht aus wissenschaftlichen Vorträgen renommierter Gelehrter aus Geschichts-wissenschaft, Kunstgeschichte, Altertumswissenschaften, Theologie und anderen Fächern sowie aus Begegnungen mit Vertretern römischer Institutionen. Auf diese Weise soll ein umfassender Eindruck von Rom als «ewige Stadt» gewonnen werden: Rom als Schauplatz grosser Politik, Konzentrationspunkt bedeutender Kunst und Architektur, Zentrum geistlicher Herrschaft von der Antike bis zur Gegenwart. Diese Fülle und Dichte von Geschichte hat aus der Stadt einen «Mythos» gemacht.

Dozierende: Dr. Christina Liermann (Koordinatorin), Prof. Dr. em. Antonio Autiero, Prof. Dr. Martin Baumeister, Prof. Dr. em. Hans-Joachim Gehrke, Dr. Andrea Hindrichs, Prof. Dr. Arne Karsten, Dr. Lutz Klinkhammer, Dr. Carsten Kretschmann, Dr. Alexander Koller, Prof. Dr. Bernd Roeck, Prof. Dr. em. Jürgen Trabant

Programm_Summerschool_Rom_Web

Megatrends I: Von der europäischen Expansion zur globalen Gleichzeitigkeit

“Globalisierung” ist Reizwort und Leitbegriff, die Bezeichnung für eine offenbar unaufhaltsame Entwicklung, der die Menschheit mehr unterworfen scheint, als dass sie ihre aktive Gestalterin wäre. Was die einen als bedrohliche Vorgang mit unabsehbaren Folgen fürchten, sehen die anderen als Prozess, der Chancen bietet, faszinierende Möglichkeiten eröffnet. Nicht unwahrscheinlich ist, dass wir während einer “Eskalation weltweiter Verflechtungen” seit der zweiten Medienrevolution tatsächlich am Beginn einer neuen historischen Epoche stehen, die sich von der Welt der Nationalstaaten und selbst jener der Imperien abhebt. Gleichwohl hat die globale Vernetzung eine lange Vorgeschichte; das Modul dient der Beleuchtung dieser historischen Tiefendimension. Zugleich wirft es die Frage nach künftigen Konfliktformen (“asymmetrische Kriege”, “clash of civilizations”) und möglichen Strategien der Befriedung auf.

Dozierende: Prof. Dr. Sven Trakulhun, Prof. Dr. Detlev Claussen, Prof. Dr. John Darwin, Prof. Dr. Corinne Pernet, Prof. Dr. Peter Schaber, Prof. Dr. Peer Vries

Finanzplatz Schweiz: Die historische Perspektive

Die Schweiz ist ein kleines Land, gehört aber zu den grössten Finanzzentren der Welt. Heute verwaltet der Schweizer Finanzplatz rund 7 Billionen Franken und ist damit weltweit drittgrösster Vermögensverwalter – hinter den USA und Grossbritannien. Wie lässt sich diese starke Position historisch erklären?

Das Modul wird zeigen, dass es sich im wesentlichen um eine Geschichte des 20. Jahrhunderts handelt. Noch vor 100 Jahren waren die schweizerischen Finanzplätze nicht viel mehr als Satelliten des französischen Marktes. Die Vermögensverwaltung war nur für die Basler und Genfer Privatbanken wichtig, aber kaum für die Grossbanken und den Bankensektor als Ganzes. Erst die politische Instabilität der ersten Jahrhunderthälfte, kombiniert mit den traditionellen Standortvorteilen der Schweiz, machte Basel, Genf, Lugano und Zürich zu “safe havens” für ausländische Vermögen. Mit dieser Erklärung ist auch angedeutet, dass der Aufstieg des Finanzplatzes Schweiz nicht nur auf dem Bankgeheimnis und der Unterscheidung zwischen Steuerhinterziehung und Steuerbetrug beruht, sondern breiter abgestützt ist, was für die Einschätzung der Zukunftschancen entscheidend ist.

Dozierende: Prof. Dr. Peter Kugler; Prof. Dr. Ernst Baltensperger; Dr. Urs Ernst; Dr. Richard T. Meier; Prof. Dr. Tobias Straumann; Prof. Dr. Kurt Schildknecht

Finanzplatz_Schweiz_2016

Wie wir wurden was wir sind: Die Geschichte der Generation 40+

Zwischen 1968 und 1989 entstand ihre Welt: die Welt der Generation 40+. Ohne den Blick auf die Aufbrüche zwischen Berkeley, Woodstock und Paris – und auf das, was daraus wurde – lässt sich unsere Zeit nicht verstehen. Sie generierte Reformen und Befreiungen; sie erlebte den Beginn einer neuen Informationsgesellschaft, die Anfänge der Globalisierung und spürte die Vorzeichen ökologischer Krisen. Das Modul wird den Projekten einer Generation nachgehen, die zwischen 1950 und 1970 geboren ist; wird Konsequenzen diskutieren, die aus dem Scheitern großer Utopien, der Träume von Liebe und Freiheit, dazu neuer Verunsicherung gezogen wurden. Auch soll versucht werden, verlorene Stimmungen, verwehte Klänge und verblasste Bilder in den Horizont der Gegenwart zu holen. Methodisch schließen wir uns an das von Pierre Nora entwickelte Konzept der Erinnerungsorte, die lieux de mémoire, an, das es gestattet, heterogene Quellencorpora zu erschließen und unterschiedlichste kulturellen Praktiken zu analysieren.

Dozenten: Prof. Dr. Bernd Roeck, Prof. Dr. Philipp Felsch, Prof. Dr. Norbert Frei, Prof. Dr. Ulrich Herbert, Dr. Wolfgang Kraushaar, Prof. Dr. Mark A. Lawrence, Prof. Dr. Claus Leggewie

Curriculum 2016 - 2018

Megatrends II: Historische Trendanalyse, Geschichte und Zukunftsforschung

Das Modul führt eine Begegnung zwischen Geschichtswissenschaft und Futurologie herbei. Dabei werden fundamentale Fragen beider Fächer diskutiert: Kann eine Analyse der Vergangenheit Schlüsse auf künftige Entwicklungen ermöglichen? Wo liegen die Chancen einer historischen Prognostik, wo sind ihre Grenzen? Kann man also, wie schon die Antike meinte, aus der Geschichte lernen?

Dozierende: Prof. Dr. Bernd Roeck, Prof. Dr. Alexander Demandt, Prof. Dr. Georg Kohler, Prof. Dr. Daniel Kübler, Prof. Dr. Herfried Münkler, Prof. Dr. Manfred G. Schmidt

Wirtschaftskulturen der Welt Teil 2: Hong Kong und Taipei

Die Summerschool wird die einzigartige Stellung von Hong Kong und Taipei und die Wurzeln des ostasiatischen Wirtschaftswunders aus unterschiedlichen Blickwinkeln beleuchten. Wir werden der Frage nachgehen, wie Religion, Kultur und wirtschaftlicher Erfolg zusammenhängen, und unternehmen eine Reise in die nahegelegene Sonderwirtschaftszone Shenzhen, wo der Aufstieg der Volksrepublik China seinen Anfang nahm. Ein weiterer Schwerpunkt wird die Geschichte des Finanzplatzes Hongkong bilden, die viele Parallelen mit der Entwicklung des Finanzplatzes Schweiz aufweist. Abschliessend werden uns einheimische Expertinnen und Experten Auskunft geben über die Zukunftschancen der Volksrepublik China. Wird das 21. Jahrhundert chinesisch geprägt sein, so wie das 20. Jahrhundert amerikanisch geprägt war? Oder wird sich ein neues Gleichgewicht zwischen Osten und Westen einstellen?

Dozierende: Prof. Dr. Tobias Straumann, Prof. Dr. Tobias Brander, Prof. Dr. Olaf Eichstädt, Prof. Dr. Peter Kugler, Prof. Dr. Shai-shu Tzeng

Megatrends III: Urbanisierung – von der Stadt zur Megacity

Das Modul beschäftigt sich mit dem historischen Phänomen der Urbanisierung. Es werden Strukturen der Stadt in der Antike und im Mittelalter analysiert, die Reaktionen von Städten auf Katastrophen in der Neuzeit nachgezeichnet und die Triebkräfte der Stadtentwicklung vom frühen Städtewesen zur Metropolitanregion aufgezeigt. Wir diskutieren den Städtebau im Alpenraum, aber auch so aktuelle Themen wie „Unordnung und Ordnung“ in modernen Metropolen (Stichwort „Slum“) und versuchen ihre sozialen Implikationen zu verstehen. Es werden zentrale Themen zum Lebensraum Stadt behandelt: ihre Topographien, die Architektur, die Gegensätze von Slums und Wolkenkratzern, Stadt- und Landflucht. Abschliessend sollen gezielte Schlaglichter auf die so genannten kolonialen „Megacities“ Shanghai und Rio de Janeiro geworfen werden, immer mit dem Anspruch, ihre aktuellen und zukünftigen Probleme auf dem Hintergrund ihrer Geschichte und der Stadtentwicklungen im Allgemeinen besser zu verstehen.

Ebenfalls Teil dieses Moduls wird ein Züricher Stadtrundgang mit dem Zürcher Archäologen und Historiker Dr. Martin Illi sein.

Dozierende: Dr. Gerald Schwedler, Dr. Armand Baeriswyl, Dr. Mascha Bisping, Dipl. Ing. Anne Brandl, Prof. Dr. Arndt Brendecke, Dr. Martin Illi, Prof. Dr. Martin Kroll, Prof. Dr. Felicitas Schmieder, PD Dr. Jörg Schwarz, Dipl. Michael Wagner, Dr. Marc Winter

Geschichte und Politik IV: Kriegsursachen, Konflikte und Konfliktmanagement

Die Geschichte bietet einen gewaltigen Erfahrungsschatz für die Auseinandersetzung mit dem Problem, warum Kriege und Konflikte “ausbrechen” (genauer: gemacht werden) und welche Techniken ihre Liquidierung ermöglichen. Auch gibt es keinen gegenwärtigen Krieg oder Konflikt, der ohne Kenntnis der historischen Tiefendimension beurteilt werden kann. Auch dieses Model wird zur vergleichenden Perspektive vordringen und versuchen, die grundlegende Frage nach den Voraussetzungen der Anwendung kriegerischer Gewalt aus historischer Sicht einer Antwort näherzubringen.

Dozierende: Prof. Dr. Kurt R. Spillmann, Prof. Dr. Dieter Ruloff, Prof. Dr. Bernd Roeck, Botschafter Josef Bucher, Dr. Simon Mason

Geschichte und Umwelt: Von der kleinen Eiszeit zur globalen Erwärmung

Das Modul bietet einen Überblick für die Zeit der letzten tausend Jahre, führt in Fragestellungen der Umweltgeschichte ein und schildert die Interaktion von Klima und Mensch seit dem Mittelalter. Dabei werden so drängende Fragen aufgeworfen wie die nach dem Zusammenhang von knapper werdenden Ressourcen und Gewaltkonflikten (Stichwort: Klimakriege), zwischen Klimawandel und Katastrophen und zwischen Industrialisierung und globaler Klimaerwärmung.

Dozenten: Dr. Stephan Sander-Faes, Prof. Dr. Nils Büttner, Prof. Dr. Hansjörg Küster, Prof. Dr. Christian Pfister, Prof. Dr. Stefan Rahmstorf, Prof. Dr. Bernd Roeck, Prof. Dr. Reinhold Reith, Prof. Dr. Joseph Tainter

Schlussveranstaltung

Die Veranstaltung versucht eine Resümee des Masterkurses. Im intensiven Gespräch mit Teilnehmerinnen und Teilnehmern wird versucht, sich darüber klar zu werden, was die Auseinandersetzung mit einem zentralen geisteswissenschaftlichen Fach für Problemlösungen in der Gegenwart und die Steuerung künftiger Entwicklungen bringen kann.

Dozierende: Themen und Dozierende werden noch bekanntgegeben.

Summerschool Berlin: Wendepunkte der Weltgeschichte. Über die Momente der Entscheidung

Manchen erscheint die Geschichte als ein grosser Strom, der dahinfliesst und
seinen Lauf nur allmählich ändert. Andere sehen Biegungen, Geraden, unvorhergesehene
Stromschnellen: die Momente der Entscheidung, jene Wochen,
Tage, Stunden, in der die Krise ihren Höhepunkt erreicht, der Entschluss
irreversibel, die Schlacht geschlagen ist. Sicher ist, dass der Lauf der
Dinge bisweilen und manchmal in dramatischer Form die Richtung wechselt.
Danach ist nicht alles, aber vieles anders. Die Summerschool Berlin geht der Frage nach, wann und wo sich solche «Kehren» wohl vollziehen. Sie fragt nach den Mikromechanismen des historischen Prozesses. Sie versucht, «Sternstunden der Menschheit» (Stephan Zweig) ein wenig näher zu fassen – diskutiert aber auch das eminente theoretische Problem, in welchem Mass es überhaupt möglich ist, diesen verborgenen Augenblick des Weltgeschehens dingfest zu machen. War die Meerenge von Salamis tatsächlich ein Nadelöhr der Weltgeschichte? In welchem Moment war der Weg in den Ersten Weltkrieg irreversibel? Wann war entschieden, dass Hitler an die Macht gelangen würde? Historikerinnen und Historiker kommen zu Wort, dazu auch Zeitzeugen einer der grossen Wenden der neuesten Geschichte, die eben in Berlin ihren Ort hatte: Der Fall der Mauer im November 1989.

Dozenten: Prof. Dr. Bernd Roeck (Koordination der Summerschool), Prof. Dr. Francis Cheneval, Prof. Dr. Alexander Demandt, Prof. Dr. Ulrike Freitag, Prof. Dr. Ulrich Herbert, Prof. Dr. Hans-Joachim Hinrichsen, Prof. Dr. Jörn Leonhard, Dr. Ulrich Mählert, Prof. Dr. Gabriele Metzler, Prof. Dr. Herfried Münkler, Prof. Dr. Martin Sabrow, Prof. Dr. Richard Schröder, Prof. Dr. Sven Trakulhun

Programm_Summerschool_Berlin

Grosse Geschichtsschreibung II

Geschichte schreiben – das konnte schon immer heissen: Literatur produzieren. Im günstigsten Fall traf sich grosse Historiographie mit brillantem Stil, ja gelegentlich gar mit Poesie. Das Modul bringt einige Beispiele solcher Spitzenhistoriographie, insbesondere aus dem 19. und 20. Jahrhundert. Unter den behandelten Autoren sind Klassiker wie Jacob Burckhardt, Leopold von Ranke oder Johan Huizinga, aber auch hervorragende Autoren der jüngeren Vergangenheit oder der Gegenwart – von Arno Borst bis zu Fernand Braudel, von Jacques le Goff bis zu Carlo Ginzburg.

Dozierende: Dr. Jan-Friedrich Missfelder, Prof. Dr. Bernd Roeck, Prof. Dr. Thomas Welskopp, Prof. Dr. Sven Trakulhun, Dr. Philipp Müller; Prof. Dr. Peter Burke

Terrorismus und Gewalt: Soziale Voraussetzungen von Terrorismus, Fundamentalismus und politischen Religionen

Das Modul vertieft die Auseinandersetzung mit dem Phänomen menschlicher Gewalt. Auf die Analyse kriegerischer Gewaltanwendung wird nach den – historisch faßbaren – Voraussetzungen asymmetrischer Kriege gefragt, die wahrscheinlich die Szenarien des 21. Jahrhunderts prägen werde; Terrorismus in seinen verschiedenen Ausprägungen ist ohne fundierte Kenntnis historischer Zusammenhänge nicht zu verstehen. Ziel des Moduls ist, zur Erklärung menschlicher Gewaltanwendung als gesellschaftliches und anthropologisches Phänomen vorzudringen. Das bedeutet, daß die Diskussion um die kulturellen und sozialen Voraussetzung von Gewalt von ihren gleichsam kreatürlichen Bedingungen abzugrenzen, beides gegeneinander abzuwägen ist.

Dozierende: Prof. Dr. Bernd Roeck, Dr. Götz Aly, Prof. Dr. Henner Fürtig, Dr. Manfred Klink, Dr. Gert Koenen, Prof. Dr. Dr. Andreas Maercker, Dr. Wolfgang Kraushaar, Prof. Jürgen Stock, Prof. Dr. Peter Waldmann

Geschichte und Politik III: Massenbewegungen und Revolutionen der Neuzeit

Nachrichten von Massenbewegungen und Revolutionen gehören heute zur alltäglichen Berichterstattung. Ihre Analyse kann sich des Erfahrungsreservoirs historischer Revolutionen bedienen; vergleichende Revolutionsforschung erlaubt zwar keine Prognostik, wann und wo genau Umbrüche stattfinden werden, doch ermöglicht sie die Benennung destabilisierender Faktoren, das Umschreiben von Bedingungen, die für die Genese von Massenbewegungen und Revolutionen wichtig werden können – von ökonomischen und sozialen Rahmenbedingungen bis zur Rolle von Kommunikatoren und charismatischen Leitfiguren. Zugleich sollten kontingente Faktoren und für bestimmte historische Konstellationen spezifische Bedingungen benannt werden. Das Modul wird darauf ausgerichtet sein, solche überzeitlich gültigen Kriterien zu erarbeiten, ohne, dass dabei die Grenzen des Vergleichs und damit auch die Grenzen von Prognosen verschwiegen werden. Im Modul soll zunächst der neueste Forschungsstand zu bedeutenden Revolutionen der neueren Geschichte vorgestellt werden. Auf eine begiffliche Klärung folgen Seminarblöcke zum Bauernkrieg, zur Französischen Revolution, zur Oktoberrevolution und zu den Revolutionen von 1989. Ein besonderer Schwerpunkt bildet am Schluss die iranische Revolution und Evaluation ihrer aktuellen Bedeutung durch einen Dozierenden, der sich im Rahmen der Versicherungsindustrie mit soziale und politischer Risikoforschung befasst. Ein abschließendes Panel mit allen Referenten soll das Resümee ziehen und den Teilnehmenden Gelegenheit geben, wesentliche Erkenntnisse des Moduls in ein Gesamtbild zu integrieren.

Dozierende: Prof. Dr. Francis Cheneval, Prof. Dr. André Krischer, PD Dr. Elham Manea, Prof. Dr. Bernd Roeck, Prof. Dr. Andreas Rödder, Dr. Rolf Tanner, Prof. Dr. Martin Schulze Wessel

Gewinner und Verlierer. Turns und Underdogs in der Geschichtswissenschaft

Die Geschichtswissenschaft und das Geschichtsverständnis haben selbst eine Geschichte, sie unterliegen einem historischen Wandel, der sowohl Themen und Inhalte als auch Methoden und Theorien betrifft. Immer neuen Gruppen von Menschen wurden „geschichtsmächtig“, d. h. ihr Leben und ihre Vorstellungen fanden Eingang in die Geschichtsbücher: Frauen, Kinder, Narren, Sklaven, Bauern und Ketzer und inzwischen auch die Tiere. Im Modul wollen wir exemplarisch einige Turns in der Geschichtswissenschaft (wie z.B. den Spacial Turn, den Visual Turn, den Linguistic Turn und den Animal Turn) untersuchen und dabei Gewinner und Verlierer der Geschichte in den Blick nehmen. Das klingt doppeldeutig und so ist es auch gemeint: sind die Gewinner in der Geschichte heute die Verlierer in der Geschichtswissenschaft und umgekehrt? Sollen wir zu den grossen Männern zurückkehren, um historische Prozesse zu verstehen? Sind die Strukturen wichtiger oder das Handeln von Subjekten? Wer hat und wer macht Geschichte?

Dozenten: Prof. Dr. Gesine Krüger, Dr. Aline Steinbrecher, Dr. Silvia Berger, Prof. Dr. Nada Boškovska, Prof. Dr. Martin Dusinberre, Prof. Dr. Stefan Haas, Dr. Jan-Friedrich Missfelder, Prof. Dr. Susanne Regener, Prof. Dr. Daniel Speich

Programm_Gewinner_Verlierer

Megatrends I: Von der europäischen Expansion zur globalen Gleichzeitigkeit

“Globalisierung” ist Reizwort und Leitbegriff, die Bezeichnung für eine offenbar unaufhaltsame Entwicklung, der die Menschheit mehr unterworfen scheint, als dass sie ihre aktive Gestalterin wäre. Was die einen als bedrohliche Vorgang mit unabsehbaren Folgen fürchten, sehen die anderen als Prozess, der Chancen bietet, faszinierende Möglichkeiten eröffnet. Nicht unwahrscheinlich ist, dass wir während einer “Eskalation weltweiter Verflechtungen” seit der zweiten Medienrevolution tatsächlich am Beginn einer neuen historischen Epoche stehen, die sich von der Welt der Nationalstaaten und selbst jener der Imperien abhebt. Gleichwohl hat die globale Vernetzung eine lange Vorgeschichte; das Modul dient der Beleuchtung dieser historischen Tiefendimension. Zugleich wirft es die Frage nach künftigen Konfliktformen (“asymmetrische Kriege”, “clash of civilizations”) und möglichen Strategien der Befriedung auf.
Dozierende: Prof. Dr. Sven Trakulhun, Prof. Dr. Detlev Claussen, Prof. Dr. John Darwin, Prof. Dr. Corinne Pernet, Prof. Dr. Peter Schaber, Prof. Dr. Peer Vries

Finanzplatz Schweiz – die historische Perspektive

Die Schweiz ist ein kleines Land, gehört aber zu den grössten Finanzzentren der Welt. Heute verwaltet der Schweizer Finanzplatz rund 7 Billionen Franken und ist damit weltweit drittgrösster Vermögensverwalter – hinter den USA und Grossbritannien. Wie lässt sich diese starke Position historisch erklären?

Das Modul wird zeigen, dass es sich im wesentlichen um eine Geschichte des 20. Jahrhunderts handelt. Noch vor 100 Jahren waren die schweizerischen Finanzplätze nicht viel mehr als Satelliten des französischen Marktes. Die Vermögensverwaltung war nur für die Basler und Genfer Privatbanken wichtig, aber kaum für die Grossbanken und den Bankensektor als Ganzes. Erst die politische Instabilität der ersten Jahrhunderthälfte, kombiniert mit den traditionellen Standortvorteilen der Schweiz, machte Basel, Genf, Lugano und Zürich zu “safe havens” für ausländische Vermögen. Mit dieser Erklärung ist auch angedeutet, dass der Aufstieg des Finanzplatzes Schweiz nicht nur auf dem Bankgeheimnis und der Unterscheidung zwischen Steuerhinterziehung und Steuerbetrug beruht, sondern breiter abgestützt ist, was für die Einschätzung der Zukunftschancen entscheidend ist. Das Modul hat drei Teile: Zuerst gibt es einen Überblick über die europäische Finanzgeschichte der letzten zwei Jahrhunderte, behandelt dann die Ursachen des schweizerischen Erfolgs und entwirft schliesslich Szenarien für die weitere Entwicklung des Finanzplatzes Schweiz.

Dozierende: Prof. Dr. Peter Kugler; Prof. Dr. Ernst Baltensperger; Dr. Urs Ernst; Dr. Richard T. Meier; Prof. Dr. Tobias Straumann; Prof. Dr. Kurt Schildknecht

Finanzplatz_Schweiz_2016

Wie wir wurden was wir sind: Die Geschichte der Generation 40+

Zwischen 1968 und 1989 entstand ihre Welt: die Welt der Generation 40+. Ohne den Blick auf die Aufbrüche zwischen Berkeley, Woodstock und Paris – und auf das, was daraus wurde – lässt sich unsere Zeit nicht verstehen. Sie generierte Reformen und Befreiungen; sie erlebte den Beginn einer neuen Informationsgesellschaft, die Anfänge der Globalisierung und spürte die Vorzeichen ökologischer Krisen. Das Modul wird den Projekten einer Generation nachgehen, die zwischen 1950 und 1970 geboren ist; wird Konsequenzen diskutieren, die aus dem Scheitern großer Utopien, der Träume von Liebe und Freiheit, dazu neuer Verunsicherung gezogen wurden. Auch soll versucht werden, verlorene Stimmungen, verwehte Klänge und verblasste Bilder in den Horizont der Gegenwart zu holen. Methodisch schließen wir uns an das von Pierre Nora entwickelte Konzept der Erinnerungsorte, die lieux de mémoire, an, das es gestattet, heterogene Quellencorpora zu erschließen und unterschiedlichste kulturellen Praktiken zu analysieren.

Dozenten: Prof. Dr. Bernd Roeck, Prof. Dr. Philipp Felsch, Prof. Dr. Norbert Frei, Prof. Dr. Ulrich Herbert, Dr. Wolfgang Kraushaar, Prof. Dr. Mark A. Lawrence, Prof. Dr. Claus Leggewie

Grosse Geschichtsschreibung I

Die großen Historiker des Altertums und des Mittelalters sind nicht allein deshalb noch immer von Interesse, weil sie in ferne Zeiten und untergegangene Kulturen “entführen” und weil sie das Fundament unseres Wissens um die Vergangenheit gelegt haben. Die Rekonstruktionen von Handlungszusammenhängen, die ein Herodot, Thukydides oder Tacitus bieten, ihre Sicht des Politischen, nicht zuletzt die Kunst ihrer Darstellung macht die Auseinandersetzung mit ihren Werken zur unverzichtbaren Voraussetzung historischer Bildung. Die Schriften dieser und anderer Historiker, die in dem Modul vorgestellt werden, enthalten noch immer relevante Formen politischer Analyse und psychologischer Deutung. Die Lehrveranstaltungen des Moduls werden zugleich Veranlassung bieten, ideologische und religiöse Voraussetzungen von Geschichtsschreibung bewußt zu machen, in die kritische Lektüre der Texte einzuführen. Das heißt auch: nicht allein die Aktualität der großen Geschichtsschreiber des Altertums und des Mittelalters steht im Vordergrund, auch das, was an ihnen “anders” ist, was uns fremd erscheint und unsere Welt von ihrer Welt unterscheidet.

Dozierende: Prof. Dr. Anne Kolb, Prof. Dr. Michael Rathmann; Prof. Dr. Sebastian Scholz, Prof. Dr. Enno Rudolph, Prof. Achatz von Müller

Transatlantische Beziehungen – Europa und die USA

Europa hat ein höchst ungeklärtes Verhältnis zu Amerika. Es ist Vorbild und Bedrohung, gilt als Land der unbegrenzten Möglichkeiten und geschichtslos naive Neuschöpfung, wird verkörpert von hinterwäldlerischen Cowboys und Ikonen der Moderne, wie Wolkenkratzern und Hollywood. Kaum eine „Kultur“ ist in Europa seit dem 19. Jahrhundert so widersprüchlich besetzt, so geliebt und so gehasst, wie die US-Amerikanische Kultur. In Abgrenzung zu den USA sucht Europa seine Identität und ist doch selbst zutiefst geprägt von amerikanischen Lebensstilen und Ideen, seinen kulturellen Exporten und wissenschaftlichen Errungenschaften. „Amerika“ glauben wir zu verstehen und doch gibt es grundlegende historische und gesellschaftliche Unterschiede, die auch zu einem anderen Verhältnis zu Religion, Familie und Staat geführt haben. Im Modul „Transatlantische Beziehungen“ werden historische und aktuelle Fragen zum Verhältnis USA-Europa untersucht.

Dozierende: Prof. Dr. Gesine Krüger; Prof. Dr. Elisabeth Bronfen; Prof. Dr. Siegfried Weichlein; Prof. Dr. Ruth Mayer; Prof. Dr. Heike Paul; Prof. Dr. Deborah Madson

Geschichte und Politik II: Aufstieg und Fall der Reiche – Universalhistorische Konzepte

Der Vergleich der Geschicke von Welt- und Großreichen sollte Kriterien für den Aufstieg und Niedergang großer staatlicher Organisationen und Imperien zutage fördern, die allgemeinere Geltung beanspruchen dürften. Die Dozierenden werden nur am Rande auf die klassischen universalhistorischen Modellbildungen von Gibbon bis Toynbee und von Spengler bis Huntington eingehen. Vielmehr soll der aktuelle Forschungsstand zur Frage, welche Faktoren zum machtpolitischen “Erfolg” bzw. zum Niedergang geführt haben könnten, resümiert werden. Dabei wird es darum gehen, die Relevanz einzelner Faktoren – Wirtschaft, Qualität der Eliten, Gesellschaftsstruktur, geopolitische Lage etc.- gegeneinander abzuwägen.

Dozierende: Dr. Jan-Friedrich Missfelder, Prof. Dr. Arndt Brendecke, Prof. Dr. Harald Fischer-Tiné, Prof. Dr. Michael Hochgeschwender, Prof. Dr. Frithjof Benjamin Schenk, Prof. Dr. Herfried Münkler

Geschichte und Ökonomie II: Zentren der Weltwirtschaft

Vor tausend Jahren galten China und Indien als Zentren der Weltwirtschaft. Marco Polo begab sich auf dem Landweg nach Peking, Christoph Columbus suchte Indien auf dem Seeweg. Wenige Jahrhunderte später aber waren es die rückständigen Europäer, welche die Weltwirtschaft revolutionierten, und heute gilt das westliche Modell als Vorbild, das China und Indien zu erreichen versuchen. Wie kam es zu dieser totalen Umkehrung der Verhältnisse, und wie muss man das Entwicklungspotential Chinas und Indiens einschätzen? Das Modul beschäftigt sich mit diesen beiden fundamentalen Fragen der Wirtschaftsgeschichte.

Dozierende: Prof. Dr. Tobias Straumann, Prof. Dr. Peter Kugler, Prof. Dr. Mark Spoerer

Einführungsmodul: Theorie und Methode

Das Modul bietet eine grundlegende Einführung in das Handwerk der Geschichtswissenschaft. Die Teilnehmenden sollen in konzentrierter Form mit Techniken der fachwissenschaftlichen Literaturrecherche, Quellenerschließung und -interpretation vertraut gemacht werden. Ziel ist auch der Erwerb von Kompetenzen im Bereich der Informationsbeschaffung und Informationsverarbeitung (auch EDV-gestützt). Die Teilnehmenden werden mit Originalquellen arbeiten, sie werden eingeführt in die Kunst, aus bruchstückhaften, im Zerfall begriffenen Textfragmenten Szenarien zu rekonstruieren. Der Bogen wird von der Antike, wo Beispiele althistorischer Feldforschung vorgeführt werden, über das Mittelalter bis in die neueste Zeit gespannt. Eine Leitfrage wird sich mit dem Problem beschäftigen, welche Kriterien – aus historischer Sicht – Informationsspeicherung bestimmen sollten und welche technischen Optionen bestehen. Das Modul wird durch zwei Besuche in Zürcher Archiven abgerundet.

Der Kurs ist Voraussetzung für die Arbeit mit Originalquellen im folgenden Semester. An einem der Kurstage werden in der Zentralbibliothek Zürich historische Recherchemethoden erprobt.

Am Einführungstag (8. Mai 2015) werden Vertreter und Vertreterinnen der drei Zeitabschnitte Antike, Mittelalter und Neuzeit zu den Zielen des Masterstudienganges Stellung beziehen. Sie versuchen – aus der Sicht ihrer Fächer – erste Antworten auf die Fragen nach der “Gegenwart der Vergangenheit”. Was bedeutet die Geschichte des Altertums, für Generationen die wichtigste Grundlage eines Begriffs von Bildung, für uns heute? Welche konkreten Anwendungsmöglichkeiten könnte die Auseinandersetzung damit eröffnen? Was kann das 21. Jahrhundert aus der Geschichte des Mittelalters lernen? Und welche Erfahrungen halten Neuere und Neueste Geschichte bereit?

Dozierende: lic. phil. Walter Bersorger; Prof. Dr. Bernd Roeck; Prof. Dr. Anne Kolb; Prof. Dr. Sebastian Scholz; Dr. Lukas Zürcher; Dr. Juliane Schiel; Dr. Jan-Friedrich Missfelder; Dr. Hans Ulrich Pfister (Staatsarchiv des Kantons Zürich) M.A. Oliver Thiele

Geschichte und Politik I: Das europäische Staatensystem und sein Werden

Das heutige Zusammenwachsen der europäischen Staatenwelt wirft zwangsläufig die Frage nach ihrer Genese, Ausprägung und Entwicklung auf, da trotz wachsender europäischer Gemeinsamkeiten weiterhin politische Heterogenität und kulturelle Vielfalt prägende Elemente bilden. Diese Faktoren resultieren nicht zuletzt aus dem langen Entstehungsprozess dieses Staatensystems, der von der klassischen Antike bis in unsere heutige Zeit reicht. Das Modul diskutiert daher exemplarisch relevante Phänomene politischer und gesellschaftlicher Organisationsformen sowie ihre Entwicklungen; beleuchtet werden ebenso zugrunde liegende Vorstellungen, Modelle und Theorien. Themenschwerpunkte bilden im Detail a) die antiken Grundlagen wie die „Griechische Polis“ und das „Imperium Romanum“, b) im Mittelalter die Intensivierung und Verräumlichung von Herrschaft, c) die Situation im frühneuzeitlichen Europa, d) die Staatstheorie insbesondere bei Machiavelli, Bodin, Hobbes und schliesslich e) Europa im 19. und 20. Jahrhundert unter besonderer Berücksichtigung der „Wiener Ordnung“, des Imperialismus und der Kolonialpolitik, des ersten Weltkriegs und der Nachkriegsordnung, des Kalten Kriegs sowie der folgenden neuen Weltordnung.

Dozierende: Prof. Dr. Anne Kolb; Prof. Dr. Georg Kohler; Prof. Dr. Bernd Roeck; Prof. Dr. Jörn Leonhard; Prof. Dr. Sebastian Scholz

Geschichte und Macht: Die Schlange, der Löwe und der Fuchs. Über die Macht und die Mächtigen

Wer Geschichte studiert, wird notwendigerweise mit dem Phänomen der Macht konfrontiert. Dabei begegnet man einer schier unübersehbaren Varietät. Die Macht hat viele Gesichter – und noch mehr Masken. Nur eine Sache bleibt konstant: Am Ende ist DIE Macht stets mächtiger als alle Mächtigen. Während sie sich immer wieder in unerwarteten Formen erneuert, müssen jene – irgendwie, irgendwann, aber unweigerlich – ihre eigene Ohnmacht erfahren. Was ist Macht? Wie gelangen die Mächtigen zu ihr? Und wie lässt sich die Logik der Macht durchschauen, so dass das Gefährliche der Macht nicht ein für allemal überwunden, aber im Rahmen einer menschenmöglichen Ordnung der Freiheit beherrschbar wird? Das sind drei Leitfragen des Moduls. Sie erlauben die Auseinandersetzung sowohl mit Machiavellis Analyse politischer Machttechnik in Zeiten des Umbruchs wie die Beschäftigung mit den Problemen rechtsstaatlich-demokratischer Machtkontrolle; sie führen zur Erörterung des Begriffs der “Intrige”, wie er im Kaleidoskop der Weltliteratur fassbar wird; sie konkretisieren sich im Blick auf Kriegsmacht im 21. Jahrhundert durch Bill Clinton oder Richard Nixon; sie verbinden sich im ethisch-politischen Dilemma der “Schmutzigen Hände” – und sie durchdringen auch den ganz normalen Alltag durchschnittlicher Lebensführung unter den relativ zivilisierten Umständen gegenwartsmoderner Marktgesellschaften.

Dozierende: Prof. Dr. Georg Kohler; Katja Kraus; Prof. Dr. Bernd Roeck; Prof. Dr. Hans Vorländer; Dr. Bruno Lezzi; Roger de Weck; Prof. Dr. Peter von Matt, Prof. Dr. Elisabeth Bronfen; Prof. Dr. Dieter Ruloff

Wirtschaftskulturen der Welt (Teil 1): Genua und Venedig

Genua und Venedig sind Kronzeugen der ersten Globalisierung. Sie waren neben Pisa und Amalfi die ersten Handels- und Geldmächte des mittelalterlichen Europas; sie sind die Geburtsorte des neuzeitlichen Bank- und Versicherungswesens, ohne die der Aufstieg Europas zur ökonomischen und technologischen Weltmacht kaum vorstellbar ist. Die beiden Städte hatten nach der Jahrtausendwende Anschluß an die großen Wirtschaftsräume um Chinesisches Meer und Indischen Ozean, die ökonomischen Zentren der damaligen Welt, gefunden und waren zu wichtigen Umschlagplätzen der großen Warenströme aufgestiegen: Über die Seidenstraße, den Persischen Golf, das Rote Meer und Byzanz gelangten Luxusgüter – Seide, Edelsteine, Weihrauch, afrikanisches Gold – nach Italien und in die islamischen Herrschaften des Nahen Ostens, Nordafrikas und Spaniens. Darüber brachten sie es zu märchenhaftem Reichtum, dessen Spuren ihre Stadtbilder bis heute prägt; im 13. und 14. Jahrhundert rang Venedig die ligurische Konkurrentin nieder und stieg zur dominierenden Macht des Mittelmeerraumes auf.

Die Summerschool wird der welthistorischen Rolle der beiden Städte nachgehen. Geplant sind u. a. Besichtigungen der einstigen Paläste der Macht, der luxuriösen Villen der Eliten (darunter einiger Hauptwerke Palladios im Veneto), des Ghettos in Venedig und auch des Arsenals, des ersten Industriebetriebes des Mittelalters; auch „Investitionen ins Seelenheil“ werden analysiert. Ferner wird das Augenmerk auf die geographischen Voraussetzungen von Venedigs Aufstieg, dem „lagunaren System“, gelegt. Es wird mit einer Exkursion zu abgelegeneren Inseln (Sant‘ Erasmo, S. Francesco nel deserto, Lazzaretto nuovo, Lagune von Caorle) erschlossen. Vor Ort werden hervorragende Kenner von Genuas und Venedigs Geschichte und Gegenwart referieren und Rede und Antwort stehen.

Metamorphosen des Bösen: Neue Perspektiven der Kriminalgeschichte

Kriminalfilme und Detektivromane, Kriminalstatistiken und Gerichtsreportagen – kaum ein Thema ist medial so präsent wie die Kriminalität. Längst hat auch die Geschichtswissenschaft das Thema entdeckt. Spontane Gewalttaten, organisiertes Verbrechen, verbotene Sexualität, Gotteslästerung und viele andere Formen abweichenden Verhaltens bieten prägnante Zugänge zu den Werten und Verhaltensweisen vergangener Gesellschaften. Dabei hängen die typischen Ausprägungen des Verbrechens in einer Epoche nicht nur vom Verhalten der Menschen ab, sondern auch von dem, was jeweils als „Kriminalität“ definiert wird. In vorstaatlichen Epochen etwa galten viele Erscheinungsformen von Gewalt als legitim, die heute verboten sind; umgekehrt sind seit der Frühen Neuzeit Zauberei oder gleichgeschlechtliche Sexualität entkriminalisiert worden. Das Modul thematisiert exemplarisch Erscheinungsformen und Zuschreibungen von Kriminalität in verschiedenen Epochen und eröffnet damit den Blick auf den historischen Wandel. Nicht zuletzt will es den großen Reiz vermitteln, den der Blick durch das Schlüsselloch der Kriminalquellen den Nachgeborenen bietet.

Dozierende: Prof. Dr. Gerd Schwerhoff, Prof. Dr. Joachim Eibach, Dr. Richard Wetzell, Dr. Falk Bretschneider, Prof. Dr. Joel Harrington, PD Dr. Kerstin Brückweh, Prof. Dr. Klaus Weinhauer, Dr. Rita Voltmer, Dr. Peter Thaddäus Lang

Programm_Metamorphosen

Geschichte und Ökonomie I: Geschichte des ökonomischen Denkens

Die Wirtschaftswissenschaften haben in den letzten Jahrzehnten einen spektakulären Aufstieg erlebt. In der Verwaltung, der Politik und den Unternehmen ist es normal geworden, ökonomische Modelle zu verwenden, um Entscheidungen zu begründen. Das Modul zeigt auf, wie die modernen Wirtschaftswissenschaften entstanden sind, geht dem Verhältnis von ökonomischer Theorie und wirtschaftspolitischer Praxis nach und fragt nach den Grenzen des ökonomischen Denkens, die in der jüngsten Finanzkrise besonders sichtbar geworden sind.

Dozierende: Prof. Dr. Tobias Straumann, Prof. Dr. Hartmut Berghoff, Prof. Dr. Peter Kugler, Prof. Dr. Klaus W. Wellershof, Prof. Dr. Oliver Zimmer

Geschichte und Medien: Wie die Geschichte zu den Menschen kommt

Das Modul soll in die Praxis der medialen Vermittlung von Geschichte einführen, und zwar insbesondere in der Unterrichtspraxis, im Museums- und Ausstellungswesen und in Film und Fernsehen. Die Umsetzung historischer Stoffe für ein breiteres Publikum verlangt historische Fachkenntnisse; sie erfordert zugleich die Fähigkeit, komplexe Sachverhalte komprimiert darzustellen, ohne daß die Aussagen dadurch falsch oder trivial würden. Dazu kommen spezifische Anforderungen durch die jeweiligen Medien: Das Rundfunkfeature hat partiell auf andere Archivbestände zurückzugreifen, als der Dokumentarfilm oder die Internet- Präsentation, ebenso unterschiedlich sind die Strategien der medialen Aufbereitung. Das Seminar wird mit solchen Strategien anhand erfolgreicher TV- Dokumentationen und Radiosendungen vertraut machen und sie der kritischen Diskussion unterziehen. Ebenso sollen die Mittel zur Herstellung von “Authentizität”, wie sie zum Beispiel in Spielfilmen oder in “Doku-Dramen” zur Anwendung kamen und kommen, analysiert werden.

Dozierende: Prof. Dr. Bernd Roeck, Annette Bruhns, Prof. Dr. Elisabeth Bronfen, Dr. Urs Hafner; Dr. Stefanie Hölscher; Tanja Kinkel, lic. ès. sc. pol. Stephan Klapproth; Prof. Dr. Hans Ottomeyer, Prof. Dr. Olaf B. Rader, Dr. Andreas Spillmann; Prof. Dr. Hans-Ulrich Thamer, Matthias Unterburg

Biographie, Autobiographie und Unternehmensgeschichte. Technik, Theorie und Praxis

Biographien, Familien- und Unternehmensgeschichten bewahren Erinnerung,
stiften Identität. Durch sie versichert man sich der Anfänge, der eigenen Herkunft;
sie führen grosse und kleine Erfolge und Niederlagen vor Augen; man mag daraus
lernen und Orientierungswissen für die Zukunft gewinnen. Manchmal sind Werke
dieser Art aber auch einfach nur spannend und unterhaltsam. Für die ganz grosse
Masse solcher Literatur aber gilt, dass solche mit viel Mühe und hohen Kosten
gefertigten Darstellungen verschwindend geringe Leserschaften haben und entsprechend
kurze «Halbwertszeiten» aufweisen. Das muss nicht sein, wenn es gelingt,
im Individuellen Allgemeines zu verdichten, eine Person, eine Familie oder
eine Firma in ihre jeweilige Zeit, ihre weiteren «Umstände» einzuordnen. Was sollte
eine gute Biographie leisten? Wie schreibt man Unternehmensgeschichte, die mehr
bietet als Daten, Bilanzsummen und Anekdoten? Wie lässt sich Erinnerung Einzelner
Dauer verleihen, und wo liegen die Grenzen der Vergegenwärtigung? Wie
lässt sich Familiengeschichte professionell gestalten? Fragen wie diese müssen
gestellt – und beantwortet – werden, bevor man darangeht, sich die eigene Vita, die
Geschichte der eigenen Familie oder der eines Unternehmens zu erarbeiten.
Das Modul bietet Handreichungen zu einem weiten Feld angewandter Geschichte.
Es führt unter kundiger Anleitung zu den «Lagerstätten» der Überlieferung,
in Archive und Bibliotheken; Autoren wichtiger historischer Darstellungen,
Historiker und Verlagsleute berichten von den wissenschaftlichen und auch literarischen
Massstäben, an denen gute Unternehmensgeschichten und Biographien
gemessen werden.

Dozierende:
Alexander Bieri (Historisches Archiv Roche Basel), Dr. Detlef Felken (C.H. Beck Verlag), Dr. Beat Gnädinger (Staatsarchiv Zürich), Dr. Peter Gross, Dr. Karin Huser (Staatsarchiv Zürich), Johannes Kneifel (Autor), Adrian Knoepfli (Historiker), Dr. Hans Ulrich Pfister (Staatsarchiv Zürich), Prof. Dr. Wolfram Pyta (Universität Stuttgart), Dr. Roman Rossfeld (Universität Zürich), Prof. Dr. Konrad Schmid (Universität Zürich), Kaspar Silberschmidt (Berater und Dozent), Prof. Dr. Tobias Straumann (Universität Zürich), Dr. Rebekka Wyler (Staatsarchiv Zürich)

Koordination des Moduls: Prof. Dr. Bernd Roeck und Prof. Dr. Tobias Straumann

Programm_Biographien

Curriculum 2015 - 2017